Unternehmen Roche: Neuer Chef will keine Stellen abbauen

Roche-Konzernchef Thomas Schinecker.
Roche-Konzernchef Thomas Schinecker.

Der Schweizer Pharma-Riese Roche will in diesem Jahr mehr in Forschung und Entwicklung investieren. Ein Stellenabbau ist nicht geplant. Zum Konzern gehört ein Standort in Mannheim mit 8650 Mitarbeitern.

„Wir erhöhen unsere Ausgaben im niedrigen einstelligen Prozentbereich auf knapp 15 Milliarden Franken (15,3 Mrd. Euro)“, sagte der neue Roche-Chef Thomas Schinecker in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview mit den Schweizer Tamedia-Titeln. Für 2023 werde es zudem „sicher nicht“ zu einem Stellenabbau kommen. Es würden sogar Stellen aufgebaut. „Wir werden uns im digitalen Bereich weiter verstärken. Und in der Forschung suchen wir immer nach den weltweit besten Talenten.“ Roche hat 2022 in Mannheim 250 neue Stellen geschaffen

„Konzern trägt hohe Risiken“

Trotz Wegfalls der Einnahmen mit Corona-Medikamenten und abgelaufenen Patentschutzes bei drei Krebstherapien werde es auch keine Sparprogramme geben. „Der Gewinn wird im gleichen Maß zurückgehen wie der Umsatz, das heißt, wir können unsere Gewinnmarge halten“, sagte Schinecker. Die Gewinnmarge von 42,1 Prozent von Roches Pharmasparte sei trotz steigender Gesundheitskosten gerechtfertigt. Sein Konzern trage hohe Risiken, so Schinecker. „Nur eines von zehn Medikamenten kommt zum Patienten, die anderen fallen in der Forschung durch. Die Entwicklungskosten für ein neues Medikament betragen im Branchenschnitt 2,6 Milliarden Franken. Zwei Drittel der Kosten fallen vor der klinischen Phase an.“

Schinecker, der seit Mittwoch den Pharmakonzern leitet, will ein Augenmerk auf die Labor-Informatik legen: „Wir arbeiten an Algorithmen, die verschiedene Daten von Patientinnen und Patienten kombinieren – und der Ärztin im Spital oder der Praxis per künstlicher Intelligenz und maschinellem Lernen Hilfestellung geben für Diagnose und Therapie.“

Trotz des sich verändernden steuerlichen Umfelds in der Schweiz und im Ausland wolle Roche in der Schweiz bleiben.

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