Verkehr Neue Kaufanreize für E-Autos
„Ich würde die Bundesregierung hier zu einem klaren Schnitt ermutigen“, sagte der Chef des Bundesverbands (VZBV), Klaus Müller. Auch beim Stromlade-Netz müsse sich noch mehr tun. Müller sagte: „Man muss nicht jedes Luxusauto von Seiten des Staates subventionieren, selbst wenn es ein Elektroauto ist.“ Kaufprämien sollte es nur noch bei Listenpreisen unter 40.000 Euro geben – bisher gilt eine Obergrenze von 65.000 Euro für das Basismodell. „Wir brauchen dringend einen funktionierenden Gebrauchtwagenmarkt für Elektroautos“, erläuterte der Verbraucherschützer. „Und das sollten vor allem die kleineren und mittleren Autos sein.“ Darauf seien viele angewiesen, die sich keine Neuwagen kaufen könnten oder wollten.
Der Zustand der Batterien sei da ein wichtiger Punkt mit Blick auf mögliche Folgekosten, heißt es in einem VZBV-Positionspapier. Gebrauchtwagen-Käufer müssten deswegen zuverlässige, standardisierte Informationen zum „Gesundheitszustand“ der Batterie erhalten. Um Vertrauen in gebrauchte E-Autos zu stärken, könnten die Kosten für die Prüfung von Batterien auch bezuschusst werden.
Laut Bundesregierung ist Strom im Energiekostenvergleich pro 100 Kilometer für Pkw der mit Abstand billigste Energieträger. Ein Kostenvergleich des ADAC im Oktober 2021, der sämtliche Aufwendungen beim Autofahren berücksichtigt, ergab: Dank Kaufprämie seien viele Elektroautos deutlich günstiger als Verbrenner.
Neuausrichtung ab 2023
Müller betonte: „Man sollte nur noch die Elektroautos fördern, die wirklich nachweislich einen Umwelteffekt haben.“ Dies berühre vor allem Hybrid-Modelle mit kombinierten Antrieben, bei denen doch weniger elektrisch und mehr mit klassischen fossilen Energien gefahren werde. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) hat eine Neuausrichtung ab 2023 bereits angekündigt. Gefördert werden sollen künftig nur noch E-Autos, die „nachweislich einen positiven Klimaschutzeffekt“ haben, heißt es im Koalitionsvertrag.
Festgemacht werden soll das am elektrischen Fahranteil und der elektrischen Mindestreichweite der Modelle. Die jetzigen Zuschüsse wurden kürzlich aber noch einmal bis Ende 2022 verlängert. So gibt es auch im neuen Jahr eine „Innovationsprämie“ von bis zu 9000 Euro für rein elektrische Autos und bis zu 6750 Euro für Hybride, die man per Stecker lädt (Plug-in).
Viele Hersteller seien noch bis vor kurzer Zeit der Meinung gewesen, immer schwerer, schneller, Energie fressender wäre die Mobilität der Zukunft. „Das war falsch“, sagte Müller. Jetzt hätten alle das Ruder herumgerissen. Vorankommen müsse auch der Ausbau der Ladenetze. Teils gebe es ein Wirrwarr an Bezahlsystemen und Preisen, was nicht zu Vereinfachung und Verlässlichkeit beitrage. Und E-Auto-Käufer bräuchten Sicherheit, im Urlaub, auf Geschäftsreise oder beim Besuch in einem anderen Bundesland nicht zu stranden.
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