Unternehmen RHEINPFALZ Plus Artikel KSB: Höhere Investitionen in der Pfalz, mehr Mitarbeiter und Rekordumsatz

Das neue KSB-Logo auf dem Hauptverwaltungsgebäude des SDax-Konzerns in Frankenthal.
Das neue KSB-Logo auf dem Hauptverwaltungsgebäude des SDax-Konzerns in Frankenthal.

Der Frankenthaler Pumpen-, Armaturen- und Servicekonzern KSB hat bei Umsatz, Gewinn und Mitarbeiteranzahl weiter zugelegt. Zudem erhöht KSB seine Investitionen in der Pfalz.

Das beliebte Skigebiet im österreichischen Ischgl wird mithilfe von 46 Hochdruck-Pumpen und Armaturen von KSB bei Bedarf mit Kunstschnee versorgt. Weltweit liefert der SDax-Konzern – wichtige Bestandteile für Kraftwerke aller Art – von Atom- über Wasserkraft bis hin zu Wärmepumpen. Die breite Aufstellung über Sparten und Kontinente hinweg macht sich gerade in allgemeinen Krisenzeiten bezahlt. So kann KSB – mal hier, mal da – oft Schwächen ausgleichen.

Im Jahr 2025 hat das Unternehmen beim Umsatz erstmals die Marke von 3 Milliarden Euro übertroffen – trotz der gesamtwirtschaftlich schwierigen Lage. Das hat KSB am Dienstag anlässlich der Vorlage der vorläufigen Jahreszahlen mitgeteilt.

Beim vorläufigen Auftragseingang verzeichnete KSB ein Plus von 2,9 Prozent gegenüber 2024 und notierte für diese Kennzahl 3,2 Milliarden Euro. Davon entfielen 755 Millionen Euro auf das vierte Quartal. Das Segment Pumpen legte dabei 2025 am stärksten zu – vor allem wegen eines guten Geschäfts rund um die Wasserversorgung.

Starkes Wassergeschäft

Auch beim Umsatz machte sich die starke Nachfrage nach KSB-Pumpen im Bereich Wasser deutlich bemerkbar. In Indien ist KSB unter anderem mit Brunnen-Pumpen erfolgreich, die mit Strom aus zugehörigen Solaranlagen betrieben werden.

Auch die KSB-Marktregion Mittlerer Osten/Afrika trug erheblich zum Wachstum bei. So sind die Frankenthaler vor allem aus Saudi-Arabien, Irak, Ägypten und Turkmenistan mit Pumpenprojekten beim Wassertransport über Leitungen und in der Abwasserwirtschaft mit lukrativen Aufträgen ausgestattet worden.

Der Konzernumsatz insgesamt stieg um 2,3 Prozent auf 3,035 Milliarden Euro (davon 802 Millionen Euro im vierten Quartal). Das Segment Pumpen wuchs mit 4,3 Prozent auf 1,618 Milliarden Euro Umsatz am stärksten. Bei den Armaturen legte KSB um 1,3 Prozent auf 404 Millionen Euro Umsatz zu, das Service-Segment lag mit 1,013 Milliarden Euro Umsatz etwa auf Vorjahresniveau.

KSB-Chef Timmermann lobt „motivierte Belegschaft“

Trotz der die Weltmärkte störenden Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump und anderer gesamtwirtschaftlicher Widrigkeiten „ist es uns gelungen, unsere besonderen Stärken – globale Präsenz, ein breit aufgestelltes Produktportfolio sowie eine motivierte Belegschaft – zu nutzen und das Wachstum von KSB weiter zu steigern“, sagte Stephan Timmermann, Sprecher der KSB-Geschäftsleitung. „So haben wir 2025 zu einem erneut besten Geschäftsjahr der Unternehmensgeschichte gemacht.“

Auch den Gewinn aus dem operativen Geschäft sieht KSB über dem Vorjahresergebnis liegen. Das Ergebnis vor Finanzergebnis und Ertragsteuern (Ebit) erwartet der Pumpen- und Armaturenhersteller im mittleren Bereich seiner Prognose von 235 Millionen Euro bis 265 Millionen Euro. Im Geschäftsjahr 2024 hatte das Ebit bei 244 Millionen Euro gelegen. Die endgültigen Zahlen präsentiert KSB am 26. März.

Mehr Mitarbeiter auch in der Pfalz

Auch was die Anzahl an Beschäftigten angeht, hat KSB erneut zugelegt: Stand Ende 2025 beschäftigte der Konzern weltweit 16.838 Mitarbeiter, 2024 waren es 16.407.

An den deutschen Standorten beschäftigte KSB im Jahr 2025 insgesamt 5049 Menschen. Das waren 125 mehr als ein Jahr zuvor.

Am Stammsitz in Frankenthal arbeiten aktuell rund 2000 (Vorjahr 1927) Menschen, im fränkischen Pegnitz sind es etwa 1500.

Investitionen in Frankenthaler Eta-Fertigung erhöht

In Frankenthal rücken die Erweiterung und Modernisierung der für KSB wichtigen Fertigung der traditionsreichen Eta-Pumpenfamilie, deren erstes Modell KSB vor gut 90 Jahren auf den Markt gebracht hat, näher.

Der Spatenstich der neuen Produktion, für die das Stammwerk in Frankenthal konzernintern anstelle von osteuropäischen Standorten den Zuschlag bekommen hat, ist für diesen Juni geplant. Vorarbeiten für die neue Fertigung sollen vorbehaltlich aller Genehmigungen durch die Behörden im April beginnen.

KSB hat die Investitionssumme nach Angaben einer Konzernsprecherin im Gespräch mit der RHEINPFALZ von ursprünglich rund 60 Millionen Euro auf nun etwa 70 Millionen Euro erhöht. Man habe sich für einige „Upgrades“ entschieden, sagte die Sprecherin der RHEINPFALZ.

Schwacher US-Dollar belastet auch KSB

Zu schaffen gemacht haben KSB im abgelaufenen Geschäftsjahr Währungseffekte vor allem ob des schwachen US-Dollars. Diese negativen Effekte bezifferte KSB auf 77 Millionen Euro. Ohne sie, so die Frankenthaler, wäre der Umsatz stärker gestiegen – um 5 Prozent.

Ein Beispiel mit vereinfachten Angaben zur Veranschaulichung: Eine Pumpe von KSB wird in den USA und anderen Ländern, in denen KSB aktiv ist und in denen in Anlehnung an den Dollar abgerechnet wird, etwa im Raum Asien-Pazifik, für 10.000 US-Dollar verkauft.

Beim Wechselkurs per 1. Juli 2024 von 1,075 Dollar für 1 Euro bekam KSB für die 10.000-Dollar-Pumpe damals etwa 9300 Euro.

Bei im Beispiel sonst gleichen Bedingungen ein Jahr später, per 1. Juli 2025, wird die Pumpe mit dem bis dahin stark gefallenen Dollarkurs von 1,181 US-Dollar für 1 Euro abgerechnet. Daher bleiben ein Jahr später nur noch rund 8500 Euro für die 10.000-Dollar-Pumpe.

Unterm Strich, lassen die Frankenthaler wissen, mache sich die Dollarschwäche bei der Umrechnung der lokalen Abschlüsse in den Euro-Konzernabschluss bemerkbar. Ein Problem, das KSB mit vielen exportstarken deutschen Unternehmen teilt.

x