Unternehmen
KSB trotzt Trump – Frankenthaler Maschinenbauer auf Kurs
Ungeachtet der weltwirtschaftlichen Unsicherheiten auch infolge der Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump sieht sich der Frankenthaler Pumpen-, Armaturen- und Servicekonzern KSB weiter gut aufgestellt. Im ersten Quartal 2025 hat KSB die positive Entwicklung des Rekord-Geschäftsjahres 2024 fortgesetzt. Das hat der SDax-Konzern am Dienstag mitgeteilt.
Auftragseingang und Umsatz sowie das um die Kosten der Einführung einer neuen Software bereinigte Ergebnis vor Finanzergebnis und Ertragsteuern (Ebit) liegen über den Werten des ersten Quartals 2024. Angesichts der „weltwirtschaftlichen Situation sind wir mit dem ersten Quartal sehr zufrieden“, sagt Stephan Timmermann, Sprecher der KSB-Geschäftsleitung. „Wohl wissend, dass die globalen Unwägbarkeiten, insbesondere durch die Verwerfungen, die sich aus der Zollpolitik und der Dollar-Abwertungsstrategie ergeben, Prognosen sehr schwer machen, werden wir die Unternehmensleistung im Zielkorridor für Auftragseingang, Umsatz und Ergebnis halten.“
Wasser als Wachstumstreiber
Zum Wachstum des weltweit präsenten Unternehmens haben die Zukunftsmärkte Bergbau – beispielsweise bei Kupfer, Nickel, Lithium –, Energie und Wasserwirtschaft stark beigetragen. Den Auftragseingang hat KSB im ersten Quartal 2025 um 1,8 Prozent auf 878 Millionen Euro gesteigert. Den stärksten Anstieg erzielte das Segment Pumpen. Dabei hat sich der Auftragseingang im Marktbereich Bergbau um 34,5 Prozent erhöht. Zudem verzeichnete KSB im Wassermarkt größere Aufträge und eine deutliche Steigerung. Aus dem Mittleren Osten bekam KSB Aufträge etwa für Pumpen zum Wassertransport. Aus Ägypten gab es einen größeren Auftrag in Sachen Wasserwiederverwendung in der Landwirtschaft. Für stillgelegte Bergwerke im Saarland erhielten die Frankenthaler einen Pumpen-Auftrag für den Grundwasserschutz. Im Bergbau berichtet KSB unter anderem über größere Projekte in Südamerika.
Der Konzern hat auf fünf Kontinenten etwa 16.400 Mitarbeiter, davon rund 1900 am Stammsitz in Frankenthal. Konzernweit hat KSB seinen Umsatz in den ersten drei Monaten des Jahres gegenüber dem ersten Quartal 2024 um 2,3 Prozent auf 709 Millionen Euro gesteigert. Dabei erzielte das Segment Armaturen auf 103 Millionen Euro das stärkste Wachstum. Der Bereich Pumpen steigerte sich leicht auf 373 Millionen Euro. Der Umsatz im KSB-Servicesektor SupremeServ blieb mit 232 Millionen Euro gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum konstant.
US-Kunden warten ab
Auch mit dem Gewinn (Ebit) im ersten Quartal von 45,5 Millionen Euro (Vorjahreszeitraum: 48,4 Mio Euro) zeigt sich KSB zufrieden. Das Ergebnis wurde durch externe Kosten von 7,5 Millionen Euro für die Einführung der neuen Software SAP S/4Hana stärker belastet als im Vorjahresquartal (0,5 Millionen Euro). Bereinigt um diesen Sondereffekt hat KSB das Ebit eigenen Angaben zufolge auf 53 Millionen Euro gesteigert und die Ebit-Marge auf 7,5 Prozent gegenüber einer vergleichbaren Marge von 7,1 Prozent im Vorjahresquartal.
Ein stärkeres Abwarten als sonst registriert KSB bei einigen Kunden. „Wir spüren eine nachlassende Investitionsbereitschaft unserer Kunden in den USA“, sagt KSB-Konzernchef Timmermann. „Viele warten die zweite Jahreshälfte ab, um zu schauen, wie die Konjunktur sich entwickelt.“