Pirmasens RHEINPFALZ Plus Artikel Fensterprofilhersteller Profine will weiter wachsen

Kunststoffprofile (fast) so weit das Auge reicht. Hinter dem Profine-Werksgelände ist die Stadt Pirmasens zu erkennen.
Kunststoffprofile (fast) so weit das Auge reicht. Hinter dem Profine-Werksgelände ist die Stadt Pirmasens zu erkennen.

Der Pirmasenser Kunststoffprofil-Hersteller Profine investiert – auch an seinen deutschen Standorten, vor allem aber in die ausländischen Werke. Mit dem Invest will Konzernchef Peter Mrosik spätestens 2026 wieder auf Wachstumskurs gehen.

Als Produzent von Kunststoffprofilen für Fenster, Türen und Fassaden leidet Profine aktuell unter der Schwäche der Baubranche in Deutschland, macht Konzernchef Peter Mrosik deutlich. Der Neubausektor sei im vergangenen Jahr fast zum Erliegen gekommen, aber im Sektor der Renovierung und Sanierung von Gebäuden, ein „Rückgrat“ von Profine, habe das Geschäft noch funktioniert. Als Schuldigen für das problematische Geschäftsjahr hat der Profine-Eigner die Bundesregierung ausgemacht, die Bürger und Unternehmen verunsichert habe, sodass kaum noch investiert werde: „Eine Katastrophe“, sagt er.

In Zahlen bedeutet diese Entwicklung für Profine, dass 2024 der Umsatz um etwa vier bis 4,5 Prozent zurückgegangen ist auf knapp 900 Millionen Euro. Dass es nicht schlimmer gekommen ist, so Mrosik, sei dem internationalen Geschäft zu verdanken, gerade in Südeuropa – Italien, Spanien, Frankreich – sei es gut gelaufen. 2025 erwartet der Profine-Eigentümer eine „Seitwärtsentwicklung“, denn er geht nicht von deutlich veränderten Marktbedingungen aus.

Umsatzwachstum dank Investitionen erwartet

Seine Hoffnung setzt er auf das kommende Jahr: Profine investiere 2024 und 2025 stark, vor allem in seine internationalen Standorte in den USA, Spanien, Türkei, Polen, Bosnien, Bulgarien und Südamerika. „Diese Investitionen werden sich auszahlen“, ist Mrosik überzeugt, 2025 noch nicht so stark, aber eben im kommenden Jahr, für das er wieder auf stärkeres Umsatzwachstum setzt.

Problemkind DeutschlandProblemkinder bleiben die deutschen Werke in Pirmasens und Berlin, in der Produktion machten sich vor allem die hohen Energiekosten und problematischen Rahmenbedingungen bemerkbar. Bürokratie, Lohnerhöhungen und Fachkräftemangel sorgten dafür, dass der Standort Deutschland sich im internationalen Wettbewerb schwertue. Zwar will Mrosik die Produktionsmengen nicht signifikant reduzieren in Deutschland, aber sie werden sich verringern, ist er überzeugt, zugunsten eines Produktionsausbaus in den ausländischen Werken.

Keine Diskussion um Arbeitsplätze

An einen Arbeitsplatzabbau sei nicht gedacht, in Pirmasens ist die Mitarbeiterzahl mit 1200 Beschäftigten und rund 300 Leiharbeitern stabil. Die angekündigte Entwicklung habe auch viel mit Logistik zu tun hat, indem dort mehr produziert wird, wo die Märkte sich gut entwickelten.

Trump kann kommenSpeziell in den USA habe sich Profine auch schon auf die Politik des künftigen Präsidenten Donald Trump eingestellt, sagt Mrosik. In den nächsten Wochen beginne die Profilherstellung im US-Werk, im zweiten Quartal soll eine eigene USA-Fensterproduktion starten. Der Profine-Eigner zeigt sich überzeugt, dass der amerikanische Markt zum Umsatzwachstum beitrage, denn gerade in den Städten an der Ostküste gebe es hohe Energiesparstandards für Gebäude.

Firma setzt auf erneuerbare Energien

Energie spielt für Profine eine große Rolle, dem Konzernchef geht es nicht nur um Einsparungen, sondern auch um die Umstellung auf erneuerbare Energie. Mrosik bekräftigt sein Ziel, bis 2027 bis auf kleine Reste den kompletten Konzern auf erneuerbare Energie umzustellen. An internationalen Standorten wie Bosnien oder Spanien sind riesige Solarparks fertig oder im Bau, aber auch in Pirmasens und Berlin werde an eigener alternativer Stromproduktion gearbeitet. Dort seien Photovoltaikanlagen auf dem Gelände nördlich der Bundesstraße 10 geplant, ebenso ein riesiger Stromspeicher.

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