Porträt
BASF-Technologie-Chefin Melanie Maas-Brunner hat einen Sinn fürs Praktische
Denn das Stammwerk des größten Chemiekonzerns der Welt sei der größte Forschungsstandort der BASF – und werde das bleiben. Gerade sei ein neues Laborgebäude eingeweiht worden, und in den nächsten Tagen werde der Grundstein für ein Katalysatorlabor gelegt, berichtete die 53-Jährige bei ihrer Vorstellung am Dienstag vor Wirtschaftsjournalisten. Das Stammwerk befinde sich wegen der ehrgeizigen CO2-Einsparziele vor einer gewaltigen Transformation: Bis 2050 will das Unternehmen klimaneutral werden. Das geht nur mit neuen Technologien.
Vor 24 Jahren kam die Rheinländerin aus Korschenbroich nach dem Studium in Aachen und einem Auslandsjahr in Kanada zur BASF, wo die promovierte Chemikerin zunächst – richtig: in die Forschung ging. Ein Studium der Mathematik oder Architektur hatte sie verworfen, weil sie etwas Praktisches habe machen wollen. Und als Chemiestudent stehe man nun mal den ganzen Tag im Labor.
Seit 1997 bei der BASF
Mit einem von ihr entwickelten gesundheitlich unbedenklichen Weichmacher wechselte sie 2000 in die Produktion, wo sie eine der damals ganz wenigen Frauen gewesen sei. Das habe sich geändert: Heute fänden sich Frauen in praktisch jedem Bereich des Konzerns. Nach zwei Jahren im Stab des späteren Vorstandschefs Jürgen Hambrecht ging Maas-Brunner für fünf Jahre nach Hongkong – mit Ehemann und 15 Monate altem Sohn, der als heute 15-Jähriger die Mama beim Bergsteigen versuche zu überflügeln. Was bei der sportlichen Nordrhein-Westfälin, die mit ihrer Familie in Bad Dürkheim lebt und die schon mehrere 4000er erklettert hat, nicht einfach sein dürfte.
Seit Februar gehört sie dem Vorstand an, als zweite Frau neben vier Männern. Dem Vernehmen nach wird dort seither mehr und lebhafter diskutiert, ganz nach dem Geschmack Maas-Brunners. In gemischten Teams mit offener Diskussionskultur würden die besten Lösungen gefunden, gab sie zu Protokoll.