Wirtschaft
BASF gibt grünes Licht für neue Konzernzentrale
Ein neues Hochhaus gibt es zwar nicht an der Stelle, an der bis 2014 die repräsentative Zentrale des Ludwigshafener Chemiekonzerns BASF stand. Aber die öde Brachfläche bleibt kein Dauerzustand. Und sie wird auch nicht mit einem zeitweise geplanten leuchtenden Würfel gefüllt, der eher peinlich gewirkt hätte. Die BASF baut jetzt doch ein neues Bürohaus.
Die BASF beabsichtige, auf dem Areal des ehemaligen Friedrich-Engelhorn-Hochhauses an Tor 2 des Standorts Ludwigshafen „ein neues, attraktives Bürogebäude“ zu errichten, teilte das Unternehmen gestern mit. Das neue Gebäude, das auf vier bis sechs Stockwerken Platz für 200 Arbeitsplätze bieten werde, solle mit den benachbarten Bauten, wie dem Büro- und Konferenzzentrum D 105, ein städtebauliches Ensemble bilden und sich sowohl im Design als auch in der Höhe an diesen orientieren. Grund für den Neubau sei die notwendige Sanierung des unter anderem vom BASF-Vorstand genutzten Backsteingebäudes D 100 mit Baujahr 1885. Darin arbeiten rund 180 Leute. Die Sanierung werde etwa drei Jahre dauern und könne nicht im laufenden Betrieb erfolgen, so die BASF. Sie werde notwendig, um Brandschutzauflagen zu erfüllen. Im neuen Gebäude solle es neben Räumlichkeiten für den Vorstand weitere Büros geben. „Unser Ziel ist, ein ansprechendes Gesamtensemble an Tor 2 zu schaffen, das zugleich dem langfristigen Bedarf an modernen Büroflächen Rechnung trägt“, sagte Vorstandsmitglied und Arbeitsdirektor Michael Heinz.
Kontrovers geführte Diskussion über Abriss
Zunächst werde die BASF nun ausgewählte Architekturbüros mit der Ausarbeitung von Realisierungsideen und -konzepten beauftragen. Vorbehaltlich der notwendigen Genehmigungen seien der Baubeginn für 2020 und die Fertigstellung für 2023 vorgesehen. Nach der Sanierung sollen im Gebäude D 100 neue Büroflächen entstehen. Im Verlauf der langen und sehr kontrovers geführten Diskussion über den Abriss des einstigen Baudenkmals Engelhorn-Haus war Ende 2012 der Eindruck erweckt worden, die BASF werde zügig Ersatz für das marode gewordene Aushängeschild schaffen. Nach teuren Sanierungen und immer wieder neuen Schäden hatte der BASF-Vorstand im Oktober 2012 den Abriss des Wahrzeichens beschlossen. Davor waren über 15 Jahre hinweg 35 Millionen Euro für die Sanierung und Modernisierung des Hochhauses ausgegeben worden. Die Entscheidung für den Abriss war mit Mängeln an der Bausubstanz begründet worden. Eine Sanierung werde einen „deutlichen dreistelligen Millionenbetrag kosten“, hatte das Unternehmen damals geltend gemacht.
Ende 2013 Architekturwettbewerb ausgeschrieben
Mitte 2013 genehmigte die Ludwigshafener Stadtverwaltung als Untere Denkmalschutzbehörde den Abriss des Hochhauses, das nach dem BASF-Gründer Friedrich Engelhorn benannt worden war. Die Abrissarbeiten liefen von August 2013 bis Anfang November 2014. Ende 2013 schrieb die BASF einen Architektenwettbewerb aus, den das Düsseldorfer Büro Eller + Eller gewann. Sein Entwurf sah ein 88 Meter hohes Bürogebäude mit einer Glasfassade vor, das auf 20 Etagen Platz für gut 600 Mitarbeiter bieten sollte. Dachgarten und Terrasse sollten für Besucher offen sein. Das Büro Eller + Eller sei Ende 2014 mit der Weiterentwicklung des Siegerentwurfs beauftragt worden, so die BASF damals. Mitte 2015 gab es, wie damals berichtet, fundierte Hinweise darauf, dass die BASF die Pläne für das Neubauprojekt in der Schublade lassen würde. Erst im Februar 2016 räumte der damalige Konzernchef Kurt Bock auf Nachfrage erstmals ein, dass die Pläne für ein neues Hochhaus auf Eis gelegt worden seien. Zwar habe die BASF beim Abriss der alten Konzernzentrale ein neues Hochhaus versprochen. Und das sei auch sehr wünschenswert. Aber es sei eben nicht notwendig.
