Rheinpfalz Weingarten will in Bundestag

Er war Geschäftsführer der Landesgartenschau im Jahre 2000 in Kaiserslautern, galt als Vertrauter des damaligen Ministerpräsidenten Kurt Beck (SPD) und leitet seit 2010 die Abteilung Innovation des Mainzer Wirtschaftsministeriums: Joe Weingarten (54). Nun kandidiert er für den Deutschen Bundestag.
MAINZ/ALSENZ. Die Bad Kreuznacher SPD hat ihn als Direktkandidaten nominiert. Weingarten, Diplom-Verwaltungswirt mit einem Doktortitel in Soziologie, wohnt zwar in Alsenz und ist als Mitglied der SPD-Fraktion im Verbandsgemeinderat Alsenz-Obermoschel in der Pfalz kommunalpolitisch aktiv. Geboren ist er aber in Bad Kreuznach und aufgewachsen in Idar-Oberstein. Er habe nicht lange gezögert, als er zur Kandidatur aufgefordert wurde: „Eine solche Chance kriegt man nur einmal“, sagt Weingarten. Sein Fachgebiet sieht er in der Wirtschaftspolitik. Der bisherige Kandidat, Fritz Rudolf Körper, früher Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesinnenministerium, trat nicht mehr an. Zuletzt hatte er den Sprung in den Bundestag verfehlt. Die CDU holte zum dritten Mal in Folge das Direktmandat, Körper war auf der SPD-Landesliste nicht abgesichert. Auch Weingarten kann nicht auf einen sicheren Listenplatz hoffen. 2013 gewann nur ein SPD-Kandidat im Land seinen Wahlkreis direkt: Der Zellertaler Gustav Herzog im Wahlkreis Kaiserslautern. Herzog, der sich 1998 im innerparteilichen Wettbewerb gegen Weingarten durchgesetzt hat, sagte, er sei zwar überrascht über dessen Kandidatur, aber Weingartens Erfahrung und seine enge Verbindung in die Region spreche für ihn. Der frühere Bad Kreuznacher SPD-Landtagsabgeordnete Carsten Pörksen traut Weingarten zu, den über Jahrzehnte rot gefärbten Wahlkreis für die SPD wieder zurückzuerobern. Kommunalpolitisch dagegen erlebt Weingarten stürmische Zeiten. In der Verbandsgemeinde wird um die Kommunalreform gerungen. Vor vier Jahren ergab eine Bürgerbefragung, dass eine Fusion über die Grenze des Donnersbergkreises zum Landkreis Bad Kreuznach hin favorisiert werden. Eine Position, die Weingarten nach wie vor vertritt, aber nicht alle in der SPD. Gestritten wird auch über die Bestellung von Horst Fiscus (SPD) als Beauftragtem der Verbandsgemeinde. Er soll nach dem Jahreswechsel die Geschäfte führen, weil Bürgermeister Arno Mohr in Ruhestand geht. Auf eine Neuwahl des Verbandsbürgermeisters war wegen der geplanten Fusion verzichtet worden. Weingarten war ebenso wie Fiscus als Beauftragter vorgeschlagen, entschieden hat sich die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion ADD in Trier aber für Fiscus. Einwurf |kad