Rheinpfalz Viel Platz für dicke Dinger
Auf dem weitläufigen Gelände des ehemaligen Bundeswehr-Depots am Zunderbaum hat Michelin Homburg mit dem Bau eines zentralen Reifenlagers begonnen. Ab Mai 2016 sollen dort in einem 18.000 Quadratmeter großen Hallenbau 90.000 Lkw-Reifen auf Abruf gelagert werden. Die Pneus werden aus der Neuproduktion beziehungsweise Runderneuerung im Michelin-Werk Homburg-Erbach kommen.
Die Erschließung des einstigen Militärgeländes teilt sich die Stadt Homburg mit der Nachbargemeinde Kirkel: Auf Kirkel-Altstadter Gemarkung dehnt sich der größere, auf Homburger Territorium der kleinere Teil des neu entstehenden Industriegebiets aus. Homburgs Oberbürgermeister Rüdiger Schneidewind (SPD) zeigte sich nicht unglücklich, dass sich das Homburger Michelin-Werk nun auf Kirkeler Gebiet erweitert: „Natürlich bedeutet dieser Neubau für den angestammten Standort Homburg eine Bestandssicherung. Diese Investition ist umso erfreulicher, wenn man hört, dass andere Michelin-Werke in Europa zuletzt ganz andere Entscheidungen ihrer Konzernzentrale hinnehmen mussten.“ In das neue Reifenlager investiert Michelin „einen Betrag im niedrigen zweistelligen Millionenbereich“, sagte der Homburger Werksdirektor Cyrille Beau. Nach seinen Worten wird das Unternehmen künftig keine Miete mehr für auswärtige Hallen bezahlen müssen, in denen die Homburger Reifen bislang gelagert würden. „Wir vermeiden also Zusatzkosten und Transportaufwand. Außerdem sparen wir Zeit, weil wir unsere Reifen künftig direkt hier am Ort vorhalten. So können wir unsere Kunden schneller beliefern.“ Nach Aussage von Wolfgang Weynand, Michelin-Logistikchef für Nordeuropa, ist der Weltkonzern aus dem französischen Clermont-Ferrand zurzeit dabei, „europaweit in ein modernes und schnelleres Logistik-Konzept zu investieren“. Ein Kernpunkt dieses Plans sei die Konzentration der eigenen Reifenbestände auf eher wenige zentrale Lager. Eines von diesen entstehe nun in den kommenden Monaten am Zunderbaum.