Rheinpfalz „Nicht entmutigt“

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«KAISERSLAUTERN.»Ob im Donnersbergkreis, in der Südwestpfalz oder zuletzt am Sonntag bei der Stichwahl im Kreis Kusel: Die SPD konnte bisher – selbst in ihren Hochburgen – bei keiner der Landratswahlen der Region punkten. Die RHEINPFALZ hat nachgefragt, wie die drei Kandidaten für den Posten des Verwaltungschefs im Kreis Kaiserslautern dieses Ergebnis im Hinblick auf ihre eigenen Chancen bei der Wahl am 24. September bewerten.

„Ich lasse mich davon nicht entmutigen, denn die Landratswahl ist immer eine Persönlichkeitswahl und eine Frage, wie man Wahlkampf gemacht hat“, betont SPD-Bewerber Martin Müller. Der Otterberger zeigt sich optimistisch, dass sich trotz des momentanen negativen Trends die Situation für die SPD bis zur Bundestags- und Landratswahl im September noch bessert. „Ich hab da so ein Bauchgefühl, dass es wieder hoch geht.“ Das Scheitern seiner Parteifreunde in der Region führt Müller einerseits auf besagten negativen Bundestrend zurück: „Nach dem Hype um Martin Schulz hat es etwas zu lange gedauert, bis die Partei ein Programm nachgelegt hat“, übt er Kritik. „Dieses Programm hätte früher kommen können.“ Davon abgesehen „gab es wohl im Donnersbergkreis wie im Kreis Kusel, wo die Landräte Werner und Hirschberger jahrzehntelang im Amt waren, eine Wechselstimmung“, versucht er die aktuellen Wahlschlappen in der Region zu erklären. Müller, der derzeit eine Auszeit vom Wahlkampf genommen hat und sich am Gardasee beim Campen erholt, will nach seiner Rückkehr frisch durchstarten. „Ich kämpfe bis zum letzten Tag“, gibt sich der SPD-Politiker „noch lange nicht geschlagen“. „Eine der großen Volksparteien schwächelt, die rote Westpfalz scheint zu bröckeln“, lautet dagegen die Einschätzung von Ero Zinßmeister, Kandidat der Freien Wählergruppe (FWG). Die Wahlbeteiligung im Kreis Kusel von 36,4 Prozent bezeichnet der Sulzbachtaler als „Oberkatastrophe hoch drei“ und diagnostiziert, „dass die SPD ihre Anhänger nicht mobilisieren konnte“. Das Wahlergebnis im Nachbarkreis habe ihm persönlich aber starken Auftrieb verliehen: „Das Abschneiden der beiden unabhängigen Bewerber, die im ersten Wahlgang zusammen 12,3 Prozent holten, und des FWG-Kandidaten, der auf 18 Prozent kam, zeigt, dass es ein Wählerpotenzial gibt, das weder CDU noch SPD wählt.“ Dies habe ihn zu der Überzeugung gebracht: „Der dritte Kandidat hat bei uns Chancen.“ Er strebe wie sein Kuseler FWG-Kollege 18 Prozent an, um im Kreis Kaiserslautern für eine Stichwahl zu sorgen. „Und wenn ein FWG-Bewerber in die Stichwahl kommt, kann alles passieren.“ „Der Sieg von CDU-Mann Otto Rubly im Kreis Kusel gibt uns Rückenwind für unseren Wahlkampf“, freut sich Ralf Leßmeister über den Erfolg seines Parteifreunds. „Das war schon eine Sensation!“ Trotz aller Freude über den derzeitigen Höhenflug der CDU bei Landtags- und Landratswahlen zeigt sich der Hütschenhausener jedoch keineswegs siegesgewiss, was den Urnengang im Kreis Kaiserslautern am 24. September angeht. „Diese Wahl ist noch weit weg, da kann noch viel passieren. Wir verlassen uns keinesfalls auf die derzeitige politische Großwetterlage, auch wenn sie uns derzeit positiv stimmen mag.“

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