Rheinpfalz Interview: Borkenkäfer könnte sich rasant vermehren

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«Hinterweidenthal.» Wie sich die aktuelle Witterungslage auf den Wald in der Südwestpfalz auswirkt, erläutert der Leiter des Forstamts Hinterweidenthal, Michael Grünfelder.

Gibt es im Bereich des Forstamtes gefährdete Waldbereiche wegen Trockenheit?

Unmittelbare Trockenschäden gib es noch nicht. Es bleibt die Wetterlage abzuwarten. Wie sieht es mit Befall von Borkenkäfern aus? Im vergangenen Jahr hatten wir einen hohen Befall von Borkenkäfern bei der Fichte. Die heißen Sommertage jetzt befördern die Entwicklung der Larven. Wenn noch drei, vier Wochen mit dieser hohen Sonneneinstrahlung kommen, werden wir wirklich ein Problem mit den Borkenkäfern bekommen. Das wird sich aber erst im August richtig zeigen. Zumeist sind dann die Fichten in trockenen Südhanglagen betroffen. In Schwanheim gab es einen Borkenkäferbefall, bedingt durch Windwurf aus den Winterstürmen. Windwurfholz wird bevorzugt vom Borkenkäfer befallen, deshalb ist es wichtig, dieses Holz möglichst umgehend aufzuarbeiten. Die befallenen Bäume wurden abtransportiert, um die noch vorhandenen Fichtenwälder zu schützen. Im Bereich des Forstamtes Hinterweidenthal, wozu auch Merzalben zählt, ist gerade im Staatswald ein größerer Befall festzustellen. Insekten bevorzugen Wärme, und die haben wir derzeit, sodass sich die Population weiter erhöhen wird. Welche Maßnahmen werden gegen den Borkenkäfer ergriffen? Gefährdete Fichtenbestände werden durch die Revierleiter wöchentlich kontrolliert. Befallsmerkmale sind sich rötende Nadeln in der Fichtenkrone, Harzfluss am Stamm und letztendlich abfallende Rinde. Befallene Fichten werden im Bestand bereits markiert, meist mit einem roten Punkt oder Strich. Chemische Mittel werden nicht mehr eingesetzt. Die befallenen Bäume werden gefällt, eingesammelt und an einen Ort gebracht, wo keine Fichten stehen, beispielsweise in größere Laubholzbestände, und dort gelagert. Hier bei uns ist es in Merzalben am Winschert. Dort wurde ein sogenanntes Trockenlager eingerichtet. Wird sich der Borkenkäferbefall zu einer Plage ausweiten? Wenn das Wetter so weitergeht, rechnen wir mit einer Borkenkäferproblematik, wie wir sie schon lange nicht hatten. Es ist zu befürchten, dass in diesem Jahr erheblich mehr Schadholz als im vergangenen Jahr anfällt, da sich die Borkenkäfer bei der anhaltenden Trockenheit rasant vermehren, also die Population weiter ansteigen wird. Auch die Waldbrandgefahr wird bei anhaltender Trockenheit weiter steigen. | Interview: Marianne Teuscher

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