Eisenberg Eisenberg ist nicht Köln

Frühestens ab Herbst sollen gleichgeschlechtliche Paare in Deutschland heiraten können.
Frühestens ab Herbst sollen gleichgeschlechtliche Paare in Deutschland heiraten können.

Als es am vergangenen Freitag Konfetti im Deutschen Bundestag regnete und über Deutschland für einen Moment lang symbolisch der Regenbogen schien, war klar: Die Ehe für alle kommt. Auch im mehr als 600 Kilometer von Berlin entfernten Eisenberg hat man die Entscheidung des Parlaments natürlich registriert. „Ich habe mich natürlich schon gefreut, dass ich in Zukunft das Wort ’Lebenspartnerschaft’ wohl nicht mehr in den Mund nehmen muss, sondern dann von Ehe sprechen kann“, sagt Kirsten Bläse, bei der Verbandsgemeinde Eisenberg unter anderem für das Standesamt zuständig. Anfragen zur Ehe für alle, so sagt sie, seien aber seither nicht auf ihrem Schreibtisch gelandet. Weder die Umwandlungen der bestehenden Lebenspartnerschaften betreffend noch hinsichtlich neuer Eheschließungen. „Da gab es bisher noch gar nichts“, so Bläse. Überraschend sei das aber nicht. Seit 2009 hatte das Standesamt nur zehn eingetragene Lebensgemeinschaften zu verzeichnen. Zum Vergleich: Alleine im Jahr 2016 wurden in der Verbandsgemeinde 85 Ehen geschlossen. „Wir rechnen daher auch nicht unbedingt mit einem sprunghaften Anstieg. Eisenberg ist ja nicht Köln“, sagt Bläse augenzwinkernd. Dennoch sei man auf dem Eisenberger Standesamt natürlich gespannt, was da nun auf einen zukomme. „Bisher ist ja offenbar noch gar nicht klar, ab wann genau das möglich sein wird“, so Bläse. Das neue Gesetz tritt erst drei Monate nach Verkündung im Bundesgesetzblatt in Kraft.

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