FCK RHEINPFALZ Plus Artikel „Wir leben!“ – Nach dem Derbysieg bleibt dem FCK keine Zeit zum Ausruhen

Duell alter Bekannter: Lauterns Hendrick Zuck (rechts) und der Saarbrücker Kapitän Manuel Zeitz haben früher beim SC Großrosseln
Duell alter Bekannter: Lauterns Hendrick Zuck (rechts) und der Saarbrücker Kapitän Manuel Zeitz haben früher beim SC Großrosseln zusammengespielt. Hier attackiert Zeitz seinen ehemaligen Teamkollegen.

Es waren drei eminent wichtige Punkte im Abstiegskampf, es war ein Derbysieg gegen den 1. FC Saarbrücken, der deswegen doppelt gut tut. Der 1. FC Kaiserslautern hat in der Dritten Liga einen Rückstand von sieben Punkten aufgeholt. Zeit zum Ausruhen bleibt aber keine.

Die Erleichterung war groß bei Philipp Hercher. „Wir haben uns viel vorgenommen, haben viel gesprochen vor dem Derby“, sagte der 25-Jährige nach dem 2:1 (2:1)-Erfolg des FCK gegen den 1. FC Saarbrücken am Samstag. Der Außenverteidiger war oft mittendrin, hatte an beiden Toren von Daniel Hanslik (11., 24.) seine Aktie, bereitete weitere Möglichkeiten vor, konnte aber auch Saarbrückens Kapitän Manuel Zeitz nicht am Gegentor hindern (22.).

„Es war ein sehr dominantes Spiel von uns. Wir haben ein anderes System gespielt. Ich denke, da haben wir Saarbrücken auch ein stückweit damit überrascht“, sagte Hercher. In der Tat: Mit einer 3-4-3-Formation der Roten Teufel hatte kaum jemand gerechnet. In der zweiten Halbzeit stellte Marco Antwerpen dann wieder auf eine Viererkette um. „Sebastian Jacob war in der Partie. Wir haben viele lange Bälle oben drüber bekommen. Die hat er sehr gut festgemacht. Wir wollten uns mehr absichern“, erläuterte der Trainer. Sowohl im Zentrum der Dreierkette als auch vor der Abwehr lieferte Felix Götze wieder einmal ein überzeugendes Spiel ab. Es ist beeindruckend, mit welcher Ruhe, Übersicht und zugleich auch Technik der 23-Jährige die Situationen löst.

FCK am Dienstag in Duisburg

„Die Dinge, die wir uns vorgenommen hatten, sind gerade in der ersten Halbzeit aufgegangen. Wir wollten viel Fußball spielen, wollten Saarbrücken immer wieder vor Probleme stellen, wie sie gegen den Ball arbeiten“, meinte Antwerpen. Wie sein Trainer haderte auch Hercher etwas, dass der FCK nicht das 3:1 nachlegte: „Da müssen wir uns ankreiden, dass wir die Torchancen nicht konsequenter ausspielen.“ Die größte Chance vergab der eingewechselte Anas Bakhat (65.).

So groß die Freude einerseits über den Derbysieg auch war, nach dem Schlusspfiff schaute Philipp Hercher bereits nach vorne. Schon am Dienstag (19 Uhr) gastiert der FCK beim MSV Duisburg. „Das wird wieder ein sehr heftiges Spiel“, ist der Defensivmann mit Offensivdrang überzeugt. Die „Zebras“ haben sich unter Pavel Dotchev in beeindruckender Manier aus dem Tabellenkeller gekämpft, liegen mit 38 Zählern vier Punkte vor dem FCK, sind zudem noch ein Spiel im Rückstand. Die Lauterer sind nach dem Derbysieg als 17. punktgleich mit dem 16. FC Bayern II, der noch knapp über dem Strich steht. „Wir müssen auf uns schauen. Wenn wir die Spiele so angehen, wie heute, dann kommen wir da unten raus“, betonte Hercher.

Senger: „Müssen unsere Hausaufgaben machen“

So sieht es auch sein Teamkollege Marvin Senger: „Wir schauen zunächst auf uns. Wir müssen unsere Hausaufgaben machen, dann können wir auf die anderen Vereine schauen.“ Der 21-Jährige, wie Götze erst im Februar nach Lautern gekommen, entwickelt sich ebenfalls zu einer immer wichtigeren Stütze. „Es ist ein sehr, sehr interessanter Spieler, der lange Zeit nicht gespielt hat. Jetzt sieht man, was er für Qualitäten hat. Je mehr Spiele er und Felix Götze bestreiten, umso sicherer wird das. Er war heute sehr, sehr gut. Nicht nur mit Ball, sondern auch in den Kopfballduellen“, lobte sein Trainer. Antwerpen schaut mit Zuversicht Richtung Saisonfinale: „Wir leben! Wenn wir so weiterspielen, werden wir unser Ziel auch definitiv erreichen.“

Saarbrücker Geschenke

Verfehlt hat dagegen der 1. FC Saarbrücken sein Ziel, das Derby im Fritz-Walter-Stadion zu gewinnen. „Tolle Geschenke haben wir da gemacht“, kommentierte FCS-Keeper Daniel Batz die zwei Lauterer Treffer. Die erste Halbzeit seiner Vorderleute nannte der Torhüter „richtig, richtig schlecht. Ich weiß gar nicht, was da los war“. Im zweiten Durchgang hätte der FCS mehr aus dem Übergewicht machen müssen, meinte Batz. „Die Lauterer hatten ja praktisch keine Chancen – gut, bis auf eine“, sah der Torwart die Gegentore als hausgemacht an.

„Bitter“, nannte Saarbrückens Abwehrchef Steven Zellner die Derby-Schlappe. „Wir sind ja recht ordentlich ins Spiel gekommen, dann fangen wir so ein Tor – und laufen der Musik hinterher.“ Der Ausgleich habe Hoffnung gemacht, dass es fortan nach Plan laufen könne. „Und dann kommt auch schon der zweite Genickschlag.“ Die zweite Halbzeit sei besser gewesen, „aber wir sind dem Rückstand halt vergeblich hinterher gelaufen“, sagte der 30-Jährige, der bis Anfang 2015 im FCK-Trikot am Ball war.

An dieser Stelle finden Sie ein Video via Glomex.

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