Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Warum die Fan-Rückkehr in Leipzig für die Eulen Ludwigshafen ein Zeichen ist

Im Herbst durften Eulen-Fans unter Hygieneauflagen in die Friedrich-Ebert-Halle. Geschäftsführerin Lisa Heßler hofft, dass dies
Im Herbst durften Eulen-Fans unter Hygieneauflagen in die Friedrich-Ebert-Halle. Geschäftsführerin Lisa Heßler hofft, dass dies bei den letzten Saisonspielen in Ludwigshafen wieder möglich sein wird.

1000 Fans durften beim Bundesliga-Spiel zwischen dem SC DHfK Leipzig und dem THW Kiel dabei sein. Auch in Magdeburg sollen wieder Zuschauer in die Halle. Die Eulen Ludwigshafen müssen am Sonntag in einem wichtigen Spiel auf ihre Anhänger verzichten. Doch auch in der Pfalz gibt es Hoffnung.

Es war ein lange vermisstes Bild am Donnerstagabend in der Leipziger Arena: 1000 Fans des SC DHfK sorgten gegen den THW Kiel für mächtig Stimmung – mit Maske. Die 26:33 (14:18)-Niederlage gegen den Tabellenführer der Handball-Bundesliga konnten sie zwar nicht verhindern, ein besonderer Abend war es aber auch so. „Vom Einlass bis zum Auslass waren alle total diszipliniert, haben eine Bomben-Stimmung gemacht und hoffentlich auch den Letzten davon überzeugt, dass es möglich ist, in diesen Zeiten gemeinsam etwas mit den Fans zu machen“, sagte der Leipziger Geschäftsführer Karsten Günther bei „Sky“. Die Fan-Rückkehr ist dort dank des Modellprojektes „Sportveranstaltungen mit Zuschauern in Leipzig“ möglich.

Eulen in Magdeburg vor Fans?

Auch in Magdeburg sollen in den letzten drei Heimspielen der Saison bis zu 1500 Fans in die Getec-Arena. Voraussetzung ist, dass alle Personen negativ getestet werden und die Sieben-Tage-Inzidenz fünf Tage vor dem jeweiligen Spiel unter 100 liegt. Die Eulen Ludwigshafen sind noch in Magdeburg zu Gast, spielen am 16. Juni dort womöglich also vor Fans – ausschließlich denen des SC wohlgemerkt. „Es freut mich extrem, wenn in Leipzig oder Magdeburg wieder Zuschauer in der Halle sein dürfen“, betont Lisa Heßler. Neid kommt deswegen bei der Geschäftsführerin der Eulen keiner auf. Dass in Magdeburg, Leipzig oder auch beim Final Four um den DHB-Pokal am 3. und 4. Juni in Hamburg Zuschauer in der Halle sein dürfen, helfe generell dem Handball.

Heßler: „Auf Tag X vorbereitet sein“

„Wir sehen, was passiert dort, was können wir daraus lernen“, sagt Heßler. Dass sie gerne auch in der Friedrich-Ebert-Halle wieder Zuschauer bei den Eulen-Spielen hätte, daraus macht sie keinen Hehl. Noch lasse das zum einen die Sieben-Tage-Inzidenz in Ludwigshafen nicht zu. „Es ist aber wichtig, auf den Tag X vorbereitet zu sein.“ Zu Saisonbeginn durften 500 Anhänger in die Halle. „Da haben wir ja gesehen, dass es mit einem entsprechenden Hygienekonzept funktioniert“, sagt die Geschäftsführerin. Die Basis von allem sei zum anderen die Corona-Bekämpfungsverordnung des Landes. Dort ist der Betrieb von Kultureinrichtungen auch im Innenbereich zulässig, wenn an fünf aufeinander folgenden Werktagen die Sieben-Tage-Inzidenz den Schwellenwert von 50 unterschreitet. Das wünscht sich Heßler auch für Sportveranstaltungen.

„Wir sind superdankbar für die Ausgleichszahlungen auf Bundesebene. Aber natürlich möchte jeder Klub, jedes Unternehmen sich wieder selbst helfen können.“ Die Hoffnung der Geschäftsführerin: „Wenn wir die letzten Heimspiele der Saison noch einmal vor Zuschauer spielen könnten, wäre das klasse.“ Mit dem Land sei man in regelmäßigem Austausch.

Mehr Gier gegen Balingen

Am Sonntag (13.30 Uhr) im wichtigen Kellerduell gegen HBW Balingen-Weilstetten müssen die Eulen aber auf die alleinige gewohnt lautstarke Unterstützung der Helfer bauen. Die Eulen liegen drei Punkte hinter Balingen, das den ersten Nicht-Abstiegsplatz belegt. Nach der bitteren 23:25 (14:13)-Niederlage am Donnerstagabend bei der MT Melsungen, als die Eulen in der Schlussphase den Sieg aus der Hand gaben, sagte Trainer Ben Matschke mit Blick auf viele vergebene Großchancen: „Da erwarte ich mehr Gier!“ Torhüter Martin Tomovski gibt sich zuversichtlich: „Ich glaube, dass wir es am Sonntag besser machen, konzentrierter spielen, mit viel Emotion, mit viel Leidenschaft.“ Kreisläufer Maximilian Haider betont: „Es geht um alles. Das ist ein superwichtiges Spiel. Wir freuen uns darauf.“

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