Handball
Bittere Niederlage für Eulen Ludwigshafen nach langer Führung bei MT Melsungen
Eulen-Kreisläufer Maximilian Haider schüttelte in der Kasseler Rothenbach-Halle mit dem Kopf. „Das ist superärgerlich“, fasste der 25-Jährige seine Gefühlslage zusammen. „Wir waren hier die bessere Mannschaft, führen fast das ganze Spiel, obwohl wir nicht einmal unseren besten Handball gespielt haben“, sagte Haider nach der 23:25 (14:13)-Niederlage bei der MT Melsungen.
Mappes: „Schwer zu erklären“
Dem starken Spielmacher Dominik Mappes fehlten die Worte: „Das ist sehr schwer zu erklären.“ Mit einem Blick auf die Anzeigetafel fügte er hinzu: „23 Tore waren heute zu wenig. Wir haben gute Chancen rausgespielt, auch ab der 51. Minute, vergeben aber hundertprozentige Möglichkeiten.“
Eulen arbeiten gut
Die Gastgeber mussten auf den verletzten Kapitän und Nationalspieler Finn Lemke verzichten. Das 1:0 durch Julius Kühn (1.) sollte gleichzeitig auch die einzige Führung der Melsunger in der ersten Halbzeit bleiben. Die Eulen arbeiteten wie schon beim 28:25-Erfolg vor Wochenfrist in Hannover gut. Mappes brachte die Gäste mit zwei Treffern 2:1 (5.) in Führung. Stark, wie Eulen-Torwart Martin Tomovski zweimal gegen Rechtsaußen-Ass Timo Kastening parierte (5., 27.) oder einen Siebenmeter von Tobias Reichmann entschärfte (23.).
Nach einem klasse Wurf von Hendrik Wagner aus der Distanz in den Winkel hatten die Ludwigshafener beim 10:7 (21.) erstmals einen Drei-Tore-Vorsprung. Eine solche Führung zur Pause versäumten die Gäste, weil sie technische Fehler machten und weil Wagner mit seinem Versuch an Nationaltorhüter Silvio Heinevetter scheiterte (29.). Technische Fehler bestraften die Gastgeber. Dann ging es schnell. Etwa als Marino Maric auf 12:13 verkürzte, gut angespielt vom wurfgewaltigen Julius Kühn (28.). Die Qualitäten der Melsunger waren auch zu sehen, als Kai Häfner mit einem überragenden Pass Kastening bediente. Das 9:11 (25.) war das einzige Tor des 25-Jährigen vor der Pause. Die Eulen gingen mit einer 14:13-Führung in die Kabinen.
Simic kommt und pariert stark
Nach der Pause kam Nebojsa Simic für Heinevetter. Der Torhüter sollte zum entscheidenden Faktor werden, fügte sich mit Paraden gegen Alexander Falk (31.), Gunnar Dietrich (32.) sowie Mappes (32.) ein. Später traf Haider bei einem Gegenstoß nur den Pfosten (36.). Hinten arbeiteten die Gäste zunächst weiter gut, klasse war so der Block von Dietrich gegen Kühn. Als Wagner zum 20:17 traf (45.), sah es weiterhin sehr gut aus für die Eulen.
Haider: „Ganz alte Muster“
Doch dann fanden die Gäste im Angriff keine Lösungen mehr und fielen in der Abwehr „in ganz alte Muster zurück“, wie es Haider beschrieb. Melsungen kam nicht nur näher, Yves Kunkel gelangen mit zwei Toren auch das 21:21 (54.) und die 22:21-Führung (55.). Schon zuvor waren die Eulen zwischenzeitlich sechs Minuten lang ohne Treffer geblieben, zudem scheiterten in der Schlussphase Pascal Durak (58.) und Max Neuhaus (59.) mit Siebenmetern am starken Simic.
So bleibt der Rückstand der Eulen auf HBW Balingen-Weilstetten, auf den ersten Nichtabstiegsplatz bei drei Punkten. Am Sonntag (13.30 Uhr) gastieren die Balinger in der Friedrich-Ebert-Halle. „Jeder von uns weiß, was auf dem Spiel steht“, betonte Mappes.
So spielten sie
MT Melsungen: Heinevetter, Simic (23. für einen Siebenmeter und ab 31.) - Häfner (6), Pavlovic (3), Kühn (5) - Kastening (3/1), Allendorf - Danner (1) – Maric (1), Reichmann (3/1), Kunkel (3), Arnarsson, Mikkelsen, Salger
Eulen Ludwigshafen: Tomovski, Škof (55.) - Wagner (4), Mappes (4), Dietrich - Falk (4), Remmlinger (1) - Haider – Durak (4/3), Valiullin (3), Klimek (1), Scholz (1), Neuhaus (1), Klein, Bührer
Spielfilm: 1:2 (5.), 4:3 (10.), 4:6 (15.), 6:6 (18.), 7:10 (21.), 10:12 (26.) 13:14 (Hz.), 14:16 (38.), 18:20 (46.), 19:20 (50.), 21:21 (54.), 23:21 (56.), 25:23 (Ende) - Zeitstrafen: 2:2 - Siebenmeter: 3/2 - 5/3 - Beste Spieler: Kühn, Häfner, Simic - Mappes, Dietrich, Valiullin - Schiedsrichter: Christian vom Dorff/Fabian vom Dorff (Kaarst).