FCK
Tomiaks Ausrufezeichen – und ein neues teuflisches Fragezeichen
Er hat gespielt, als hätte er schon weit über 100 Drittligapartien auf dem Buckel. Dabei hat Boris Tomiak beim 0:0 des 1. FC Kaiserslautern gegen die hoch eingeschätzte Braunschweiger Eintracht seinen Einstand in der dritthöchsten deutschen Fußballklasse gefeiert. „Man ist keine 18 mehr.“ So kommentierte der 22 Jahre alte Innenverteidiger, gerade aus dem Regionalligateam von Fortuna Düsseldorf ablösefrei zum FCK gewechselt, lapidar die Lobeshymnen, die ihm nach dem blitzsauberen Debüt am „Betze“ zuteil wurden. „Ich habe im vergangenen Jahr viele Regionalligaspiele gemacht und dann in Düsseldorf auch bei den Profis trainiert. Das hat mir schon geholfen, mich an das höhere Niveau und die höhere Geschwindigkeit zu gewöhnen“, sagt Tomiak. Er spricht so unaufgeregt, wie er spielt.
„Bis zum Aufwärmen bin ich eigentlich immer entspannt, da kann man auch noch locker mit mir reden. Erst dann bin ich im ,Tunnel’“, verrät der 1,93 Meter lange Abwehrspieler.
Ein ziemlich junges Abwehrzentrum
Das gesamte Abwehrzentrum der Lauterer ist gegen Braunschweig ein junges gewesen. Torwart Matheo Raab, die neue Nummer eins, ist 22, Felix Götze ist 23.
Die defensiven Mittelfeldspieler René Klingenburg (leichter grippaler Infekt) und Marlon Ritter (muskuläre Probleme) sind rechtzeitig fit geworden für das erste Auswärtsspiel des FCK an diesem Samstag (14 Uhr, Magenta Sport, Liveblog auf rheinpfalz.de). „Wir können mit breiter Brust nach Meppen fahren, dass wir hinten zu null gespielt haben, gibt uns Selbstbewusstsein“, sagt Tomiak.
Dominik Schad umgeknickt
Fraglich bleibt aber bis kurz vor dem Anpfiff, ob Rechtsverteidiger Dominik Schad mitwirken kann, er ist im Training umgeknickt. Eine Alternative für ihn ist der junge Neal Gibs (19).
Sein Kollege Tomiak hat sich bei seinem Wechsel zum FCK für mehr Spielpraxis entschieden und gegen die mutmaßliche Reservistenrolle bei der Fortuna eine Liga höher. „Die Dritte Liga war ein logischer Schritt. Ich hatte die beiden Optionen: Profivertrag in Düsseldorf oder Dritte Liga, und dann noch bei so einem Verein“, erzählt Tomiak. Und Tomiak, früher in der Jugend für RW Essen und Schalke 04 und später für RWE, Wattenscheid 09 sowie während der Corona-Pause 2020 kurz für Altona 93 aktiv, hat sich für den ersten langfristigen Ortswechsel entschieden. „Ich bin jetzt zum ersten Mal richtig von zu Hause weg, habe vorher die ganze Zeit in Essen gewohnt.“ Seine Freundin und er haben eine Wohnung in Kaiserslautern-Dansenberg gefunden.
FCK-Sportchef Thomas Hengen, der Tomiak noch aus der Regionalliga West kennt, und Trainer Marco Antwerpen haben sich um ihn bemüht – es hat geklappt. Der Beginn war schon mal vielversprechend.


