FCK
Marius Kleinsorge: Comeback an alter Wirkungsstätte?
Manchmal geht es schneller, als man denkt. Bei Marius Kleinsorge könnte das bereits am Samstag (14 Uhr) der Fall sein, wenn der 1. FC Kaiserslautern beim SV Meppen gastiert. Der 25-Jährige ist froh „komplett schmerzfrei“ am Mannschaftstraining der Roten Teufel teilnehmen zu können. Am Mittwoch stand er wieder zusammen mit den Teamkollegen auf dem Platz. Nach langer Leidenszeit. Und bereits am Freitag wird er aller Voraussicht nach mit dem Team die Reise ins Emsland antreten. „Er präsentiert sich im Training sehr gut, hat in seiner Reha gut gearbeitet. Wir gehen davon aus, dass wir ihn mitnehmen, weil unsere personelle Situation schwierig ist. Da sind wir glücklich, wenn Spieler zurückkommen und in dem Zustand sind“, sagte FCK-Trainer Marco Antwerpen am Donnerstag.
Sehne entzündet
Anfang Februar in der Woche vor dem Derby beim SV Waldhof Mannheim fing es bei Kleinsorge an. Er hatte Schmerzen. Doch davon war im Carl-Benz-Stadion nichts zu sehen. Er machte beim Debüt von Antwerpen ein starkes Spiel, erzielte mit einem wunderbaren Treffer das 2:0. Es schien so, als wäre Kleinsorge endlich angekommen im Trikot der Roten Teufel. Die Saison verlief für ihn bis dahin schwierig. Kleinsorge entschied sich trotz Leistenschmerzen dazu, auf die Zähne zu beißen. Er wollte seinem Team im Abstiegskampf helfen, nahm Schmerzmittel. Bis es nicht mehr ging. Erste Diagnose: Leistenbruch auf beiden Seiten.
Der gebürtige Goslaer versuchte es rund vier Wochen lang mit einer Eigenbluttherapie. Doch als es nicht wirklich besser wurde, entschied er sich für einen operativen Eingriff. Dabei stellte sich heraus, dass die Sehne an den Adduktoren entzündet war. Sie wurde zunächst vom Knochen entfernt, dann wieder befestigt. Kleinsorge fühlte sich in der Kaiserslauterer Lutrina-Klinik sehr gut betreut. „Ich hatte eigentlich keine Zeit. Es war unklar, ob wir die Klasse halten, ob ich dann noch einen Anschlussvertrag habe.“
„Von meiner Qualität überzeugt“
Der 1,70 Meter große Offensivspieler konnte seinem Team im Abstiegskampf nicht mehr helfen. „Ich habe da gefühlt graue Haare Zuhause bekommen. Zum Glück ist alles gut ausgegangen.“ Ein Neustart woanders kam für ihn im Sommer nicht in Frage. Marius Kleinsorge will sich beim FCK durchsetzen, will zeigen, was er kann – so wie in seiner letzten Saison beim SV Meppen, als er mit sechs Toren und sieben Vorlagen auf sich aufmerksam machte. „Ich bin von meiner Qualität überzeugt, wenn ich zu hundert Prozent fit bin. Ich bin niemand, der direkt aufgibt.“
Zu hundert Prozent fit kann er nach zwei Trainingseinheiten mit der Mannschaft noch nicht sein. Dennoch wäre der 25-Jährige bereit für einen Einsatz in Meppen, wo er von 2016 bis 2020 spielte. „Mich würde es natürlich freuen, wenn ich in Meppen auf dem Platz stehen dürfte. Ich lass mich überraschen.“ 20 bis 30 Minuten traut er sich zu.
„In Meppen ist es immer schwer zu spielen“
Dass der FCK die letzten beiden Spiele beim SVM verloren hat (2:3 und 1:6), weiß Kleinsorge nur zu gut. Sportlich waren die Meppener eigentlich in der vergangenen Saison abgestiegen, blieben dann aber doch in der Dritten Liga, weil der KFC Uerdingen keine Lizenz erhielt. Zum Saisonauftakt gab es für das Team von Rico Schmitt eine 1:3-Niederlage beim Halleschen FC. Kleinsorge hat noch viele Kontakte nach Meppen. Dort dürfen bis zu 6500 Zuschauer im Stadion dabei sein, darunter mehr als 400 FCK-Anhänger. „In Meppen ist es immer schwer zu spielen. Kämpfen, beißen – das sind die Meppener Tugenden. Da wird niemals aufgegeben. Da darf man sich nicht beeindrucken lassen. Wenn wir unsere Stärken auf den Platz bringen, werden wir dort auch was mitnehmen“, sagt der Offensivmann, der mit seiner Familie in Mehlingen heimisch geworden ist.
Zur Sache: Simon Stehle „interessant“
Zu einem möglichen Transfer von Offensivspieler Simon Stehle (19) auf Leihbasis vom Zweitligisten Hannover 96 zum Fußball-Drittligisten 1. FC Kaiserslautern sagte dessen Trainer Marco Antwerpen am Donnerstagnachmittag: „Den Spieler kenne ich, aber Personalien geben wir erst raus, wenn die Verträge unterschrieben sind. Aber er ist ein interessanter Spieler.“ Für den FCK geht es zur zweiten Partie der Saison zum SV Meppen. Anstoß ist am Samstag, 14 Uhr (Liveblog auf rheinpfalz.de). Für die Partie sind beim FCK die Mittelfeldspieler Marlon Ritter (muskuläre Probleme) und René Klingenburg (leichter grippaler Infekt) fraglich. Bei beiden, zuletzt erste Wahl, entscheidet sich am Freitag, ob sie mit nach Meppen reisen. Eine mögliche Alternative ist Nicolas Sessa nach verbüßter Gelb-Rot-Sperre.osp/ssl
