Fußball RHEINPFALZ Plus Artikel Wer wird Weltmeister? Das sagen drei KI-Programme

Darf Manuel Neuer wie schon 2014 den WM-Pokal im Juli in den Händen halten? Die KI sind anderer Meinung.
Darf Manuel Neuer wie schon 2014 den WM-Pokal im Juli in den Händen halten? Die KI sind anderer Meinung.

Die WM in den USA, Mexiko und Kanada läuft. Wer wird Weltmeister? Und wie schneidet Deutschland ab? Die RHEINPFALZ hat drei KI-Programme befragt.

Wird die WM 2026 aus deutscher Sicht ein Sommermärchen? Gemeinhin reicht es ja, wenn die Truppe von Bundestrainer Julian Nagelsmann im Halbfinale landet und daheim – sprich: in Deutschland – gute Stimmung herrscht. Zumindest sollte das Team mit nicht allzu rumpelig daherkommendem Fußball bis ins Viertelfinale kommen. Dort darf dann auch gegen einen starken Gegner Schluss sein.

Aber kommt die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes überhaupt so weit? Und wer triumphiert am 19. Juli im WM-Finale in New Jersey? In den Wochen vor dem Turnier tummeln sich allerlei Prognosen und Analysen im Fernsehen und im Netz. Nicht allzu selten verheben sich hin und wieder sogenannte Experten ziemlich. 2014 wurden im tropischen Brasilien einer europäischen Mannschaft eher Außenseiterchancen zugestanden. Tja...

Wen sieht eine Künstliche Intelligenz am Ende vorne? Wer wird Torschützenkönig beim Turnier in den USA, Mexiko und Kanada? Wer enttäuscht, wer überrascht? Ganz wichtig: Wo landet Deutschland? Die RHEINPFALZ hat drei Programme befragt.

Chat GPT

Das wahrscheinlich bekannteste Sprachmodell, Chat GPT, sieht Frankreich am Ende vorne. Die Franzosen hätten einen breiten Kader mit viel Qualität, könnten – wenn nötig – also rotieren. Als Finalgegner kommt laut der KI Spanien in Frage. Das Programm gibt an, die Quoten eines Wettanbieters zur Stützung der Prognose zu nutzen – und beim abgefragten Anbieter landen die Spanier auf Platz zwei.

Laut WM-Baum wäre die angebene Final-Partie nur möglich, wenn entweder Frankreich (in einer Gruppe mit Norwegen, Irak und Senegal) oder Spanien (Kap Verde, Saudi-Arabien und Uruguay) in der Vorrunde Gruppenzweiter würden, während die andere Nation Erster wird. Als weiterer Final-Kandidat zieht Chat GPT England in Betracht (Gruppe: Kroatien, Ghana und Panama).

Kylian Mbappé gewinnt dem Programm zufolge den Titel des Torschützenkönigs. Nicht ganz unwahrscheinlich, immerhin ist er Elfmeterschütze der „Bleus“ und in der Vorrunde sind vor allem gegen Irak und Senegal ein paar Treffer drin.

Als „Überraschung“ des Turniers sieht Chat GPT Portugal. Das Team könnte bis ins Halbfinale oder sogar bis ins Endspiel vorstoßen. Nicht unrealistisch angesichts der möglichen Gegner. Als Enttäuschung der WM prognostiziert das Programm Rekordweltmeister Brasilien. Ein Aus im Achtel- oder Viertelfinale wäre – auch mit Blick auf mögliche Gegner (England) – nicht unwahrscheinlich. Deutschland scheitert im Achtelfinale an Frankreich.

Gemini

Die KI aus dem Hause Google, Gemini, sieht ebenfalls Frankreich als Weltmeister. Im Finale kommt es zur Wiederauflage des Duells von 2022 mit Titelverteidiger Argentinien. Nach Verlängerung heißt es 3:2 für die Franzosen. Bei einem jeweiligen Gruppensieg wäre laut Turnierbaum tatsächlich eine Begegnung im Endspiel möglich. Als Torschützenkönig prognostiziert Gemini den Norweger Erling Haaland. Wie Mbappé bei Chat GPT, sammelt auch der bullige Mittelstürmer in der Gruppe mit den Franzosen ordentlich Treffer (unter anderem einen Viererpack gegen den Irak).

Laut dem Google-Programm haben die Schotten das Potenzial, die Überraschung des Turniers zu werden. Nach einer guten Vorrunde stößt die „Tartan Army“ bis ins Viertelfinale vor. Mit Blick auf den Turnierbaum erscheint das durchaus realistisch. Denn bereits im Sechzehntelfinale wartet möglicherweise das Land, das Gemini als Enttäuschung des Turniers prognostiziert: die Niederlande. Setzen sich die Schotten – Platz zwei in Gruppe C (Brasilien, Marokko und Haiti) vorausgesetzt – da durch, erscheint ein Viertelfinalduell mit Frankreich denkbar.

Auch Gemini sieht Deutschland als Kandidat für ein Achtelfinal-Aus. Nach guter Vorrunde als Gruppensieger folgt im Sechzehntelfinale ein 2:0 gegen die Schweiz. Dann wartet Frankreich...

Claude

Sind die Franzosen noch zu stoppen? Auch Claude von OpenAI (Chat GPT)-Rivale Anthropic sieht die „Equipe Tricolore“ am Ende vorne. Die Vorrunde ist für die Franzosen ein Selbstläufer. Den Irak, Senegal und Norwegen sieht Claude nicht als ernstzunehmende Gegner. Torschützenkönig wird wie bei Chat GPT Mbappé. Zur Überraschung des Turniers wird Marokko, das wie 2022 bis ins Halbfinale vorstößt.

Claude zaubert außerdem einen „Geheimfavoriten“ aus dem Ärmel: Portugal. Das Team um Altstar Cristiano Ronaldo gelte als sehr erfahren und könne in der einfachen Vorrundengruppe gegen die Demokratische Republik Kongo, Usbekistan und Kolumbien Selbstvertrauen tanken.

Deutschland wird in diesem Szenario zur Enttäuschung des Turniers. Zwar sei die Vorrundengruppe „machbar“, aber im Achtelfinale erweise sich das Team von Bundestrainer Julian Nagelsmann gegen ein „Top Team“ als zu unerfahren.

Auf Nachfrage, welche Daten hinter der Prognose stecken, gibt Claude den Marktwert, vor allem den des französischen Kaders, an. Als Quelle wird ein Wettanbieter genannt. Da bemerkt das Programm, dass Spanien bei jenem Anbieter Favorit ist – und korrigiert seine WM-Prognose. Ganz fehlerfrei ist also auch der künstliche Experte nicht...

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