Handball
Schon jetzt gilt’s: Handballer wollen sich für EM empfehlen
Für die Testspiele am Donnerstag in Nürnberg (19.30 Uhr, Livestream im ZDF) und am Sonntag în München (17.15 Uhr, ZDF) baut Bundestrainer Alfred Gislason auf seinen altbewährten Kader. Als Neulinge sind nur der Gummersbacher Abwehrspezialist Tom Kiesler und Torhüter Lasse Ludwig von den Füchsen Berlin dabei. Lasse Ludwig darf sich für Joel Birlehm zeigen. Andere Spieler, die sich in der bisherigen Bundesliga-Saison hervorgetan haben wie Leif Tissier von der TSV Hannover-Burgdorf, Moritz Sauter vom HSV Hamburg oder Tim Suton vom TBV Lemgo bekamen keine Einladung.
„Auch wenn die Mannschaft sehr jung ist, sind die Spieler in den letzten Jahren zusammengeblieben. Wir versuchen mit jeder Maßnahme, ein bisschen weiterzukommen, das aufzufrischen, was wir gut gemacht haben und das zu verbessern, was wir nicht gut gemacht haben. Wir haben ja nur vier Spiele, bevor es losgeht, die müssen wir sehr konzentriert nutzen“, betonte der Bundestrainer. „Wir haben im März und Mai einige Spieler getestet. Der Kern ist zusammengeblieben. Aber natürlich geht es nach Leistung.“
Wo steht die deutsche Handball-Nationalmannschaft im Herbst des Jahres 2025?
Bei der WM kam im vergangenen Januar im Viertelfinale in Oslo das vermeidbare Aus gegen Portugal. Die Qualifikationsspiele für die Europameisterschaft verliefen mittelprächtig, so musste sich das deutsche Team in Österreich und in der Schweiz mit Unentschieden begnügen. Vor allem das Remis in der Schweiz nach klarem Rückstand war schmeichelhaft. Die (überraschende) Silbermedaille bei den Olympischen Spielen in Paris nach einem großartigen Turnier ist schon eine Weile her.
Rückkehr von Knorr
Gespannt dürfen die deutschen Fans auf Rückkehrer Juri Knorr sein. Der Spielmacher der deutschen Mannschaft und frühere Regisseur der Rhein-Neckar Löwen steht seit dieser Spielzeit beim dänischen Spitzenteam Aalborg Handbold unter Vertrag. „Er hat sich ganz gut dort entwickelt. Er hatte ein wenig Schwierigkeiten, da reinzukommen. Er kam in eine sehr gute Mannschaft, in die er sich hineinarbeiten musste. Das hat er auch getan“, erklärte der Bundestrainer und ergänzte mit Blick auf Knorr: „Momentan sieht das sehr gut aus bei uns. Er macht einen sehr guten Eindruck bei uns. Sicherlich braucht er keine große Eingewöhnungszeit, weil er schon lange fester Bestandteil unseres Systems ist. Man hat ihm angemerkt, dass er sich freut, seine Mitspieler zu treffen.“ Alte Kameraden wiedersehen, das gilt natürlich vor allem für Torhüter David Späth, der seinen engen Freund in Dänemark schon besucht hat.
Gislason trifft auf sein Heimatland
Zum vierten Mal trifft Alfred Gislason jetzt schon auf sein Heimatland. „Brisanz ist da nicht. Ich freue mich immer, meine Landsleute zu treffen“, sagte Gislason und verriet, dass er beispielsweise zu Islands Top-Spieler Gisli Kristjansson eine ganz besondere Beziehung hat. „Ich habe zehn Jahre mit seinem Vater zusammengespielt in der Nationalmannschaft. Seine Eltern sind enge Freunde von mir seit langer Zeit. Ich kenne Gisli schon, als er sehr klein war. Gisli habe ich damals als 18-Jährigen nach Kiel geholt. Er hat eine überragende Entwicklung genommen, gerade in Magdeburg. Er ist zu einem Weltklassespieler gereift“, erläuterte der Coach.
Heiß laufen für die EM– das Turnier ist vom 15. Januar bis 1. Februar 2026 in Dänemark, Schweden und Norwegen. Deutschland bestreitet all seine Spiele im dänischen Herning und trifft in der Vorrunde auf Österreich, Spanien und Serbien. In der Hauptrunde würden alle Schwergewichte warten. Vor allem wäre dann auch Weltmeister Dänemark der Gegner. Außer den beiden Tests gegen Island hat das deutsche Team dann nur noch Vize-Weltmeister Kroatien als Gegner vor der EM.