Sport Rechts, dann immer geradeaus

Placeholder-Image

Noch ein Blick auf den rührenden Fluss und die romantische Brücke in meinem Märchenwald, noch einmal durch die Tür „Nodudgang“, vorbei an den schiefen Wänden, dann ist die Weltmeisterschaft endgültig vorbei, dann geht es nach Hause. Um die Mittagszeit wollen wir heute in Hamburg sein, die Deutsche Bahn erwartet uns um 14.24 Uhr. Wir haben im Herzen von Dänemark mit unserem Wagen alles ziemlich leicht gefunden. Die Erfolgsformel schien einfach. Rechts und immer geradeaus. Klappt garantiert. Eine kleine Variation: links und dann immer geradeaus. So fanden wir die riesige Arena Jyske Bank Boxen in Herning, so fanden wir nachts wieder zurück zu unserem bezaubernden Hotel. „Hier weiß man heute, wer übermorgen zu Besuch kommt“, meinte mein Mitstreiter mit Blick auf die sehr, sehr flache Landschaft. Es regnete viel, auf den Straßen außerhalb der Stadt Herning war fast keine Menschenseele. Nur zwei Jogger wollten partout draußen sein. Ein ganz klein bisschen Zeit war, um Herning um die Mittagszeit zu erkunden. Im Zentrum entfaltet die Stadt durchaus einen gewissen Charme. Die Fußgängerzone ist lang und putzig.

Ein Wikinger macht sich Mut

Derzeit ist sie noch im Winterschlaf, aber am Sonntag nach dem Finale war Party. Ein riesengroßes Plakat kündigt das Musical „Evita“ für den April an. Die norwegischen Fans haben einen irischen Pub gekapert, die Flagge hängt an der Häuserwand, ein Wikinger macht sich Mut vor dem großen Finale gegen Dänemark. Wir wünschen ihm viel Glück. „Für euch auch“, sagt er. Viele Gebäude sind im Backstein-Outfit. Die typischen Geschäfte unserer Innenstädte sucht man vergebens. Die Bibliothek hat auch sonntags geöffnet. Jugendliche büffeln. Das Angebot wird genutzt, vielleicht auch, weil das Café neben den Büchern und Videos so einladend ist. Die dänischen Fans machen sich zeitig auf den Weg in die Halle. Bloß nicht zu spät kommen. Vor dem Teamquartier der deutschen Mannschaft in der Stadt warten einige Fans. Aufmunterung vor dem letzten Schritt ... Meine zwei magischen WM-Momente hatte ich übrigens schon in Köln. Und es waren nicht die Tore von Linksaußen Uwe Gensheimer oder Fabian Wiede. Die AOK Rheinland/Hamburg bot in ihren Räumen in der Machabäerstraße 19-27 vor den Pressekonferenzen gratis Nackenmassagen auf Kapuzenjacken an. Für den Dauer-Laptop-Arbeiter in stets gebeugter Haltung war das einfach nur: himmlisch.

x