1. FC Kaiserslautern
Kollektive Ratlosigkeit nach der Niederlage gegen Regensburg
Es ging zu wie auf einer Ameisenstraße. Ein FCK-Spieler nach dem anderen schlich wortlos in die Kabine. Reden ist nach Niederlagen nicht so ausgeprägt. Dabei ist es doch ein Teil des Berufsbildes eines Profis, sich in der Öffentlichkeit gut zu vermarkten – auch in schweren Momenten.
Andreas Luthe, Hendrik Zuck und Robin Bormuth eilten nicht in die Umkleide. Sie redeten. Sie suchten nach Erklärungen, für das, was in den 95 Minuten davor im Fritz-Walter-Stadion vor 33.060 Zuschauern gerade passiert war. 3:0 (1:0) hatte der SSV Jahn Regensburg den Aufsteiger auf eigenem Platz zerlegt. Es war die höchste Saisonniederlage für den FCK. 0:3 – so hoch verlor Lautern zu Hause zuletzt am 18. August 2019 gegen Eintracht Braunschweig.
Drei der zwölf Saisontore gegen FCK erzielt
Ja, und die Mannschaft war mit diesem Endergebnis gegen Regensburg noch gut bedient. Denn die Gäste hätten durchaus höher gewinnen können. Für die Bayern, die seit 2017 ununterbrochen in der Zweiten Fußball-Bundesliga spielen, war es ein kleines Fest. Vor der Partie hatten sie gerade mal neun Tore in elf Spielen erzielt. Nun trafen sie durch Tore von Andreas Albers (8., 56.) und Prince Osei Owusu (85.) dreimal in einer Begegnung. Das verblüffte selbst Jahn-Trainer Mersad Selimbegovic. Zumal er mit großem Respekt nach Kaiserslautern gekommen war. „Das Stadion und die imponierende Serie von sieben Spielen ohne Niederlage – das ist eine Marke“, sagte er.
Am Sonntag stimmte nur die Verpackung, nicht der Inhalt. „Heute waren wir nicht gut genug“, sagte Abwehrspieler Hendrik Zuck: „Wir hätten noch eine Stunde weiterspielen können.“ Zuck bemängelte die fehlende Zusammenarbeit der einzelnen Mannschaftsteile. Immerhin in einem Punkt zeigte sich das Team sozusagen solidarisch – bei den kollektiven Aussetzern. „Man merkt, wenn man nur mit 90 Prozent in ein Spiel geht“, sagte Zuck.
„So deutlich hat uns noch keiner geschlagen“
Der schnelle Abwehrspieler war aber genauso ratlos, was die schwache Leistung angeht, wie Torwart Andreas Luthe und auch Robin Bormuth. „Manchmal gibt es keine Erklärung für so etwas“, sagte Bormuth: „Wenn ich sie jetzt gehabt hätte, dann hätte ich es schon im Spiel versucht zu ändern.“ Luthe wurmte das 0:3 gewaltig. „Die Heimniederlage gegen Paderborn tat schon weh, doch die Niederlage gegen Regensburg war deutlich. So deutlich hat uns noch keiner geschlagen“, sagte Luthe.
Lautern lief schon wieder einem Rückstand hinterher – zum neunten Mal in zwölf Partien. „Ich würde ja gerne mal in Führung gehen“, wünschte sich Zuck. Gegen Regensburg blieben die Comeback-Qualitäten des FCK aus. Die Mannschaft schaffte es nicht, die Partie zu drehen – wie zuvor gegen Darmstadt oder Magdeburg. „Ich persönlich hatte nicht das Gefühl, dass wir nah an einem Tor dran waren“, sagte Bormuth. Der Abwehrspieler gehörte noch zu den besseren Akteuren im Team. Außerdem redete er Klartext. Kritisch und selbstkritisch. „Wir waren die ersten 15 Minuten zu lethargisch und hatten auch nicht den Punch im vorderen Drittel. Es war zur richtigen Zeit ein Schuss vor den Bug, denn die Niederlage hat uns gezeigt, dass es mit 95 oder 98 Prozent in dieser Liga nicht geht“, sagte der 27 Jahre alte Innenverteidiger.
Das Selbstverständnis der Unbesiegbarkeit ob der sieben ungeschlagenen Spiele in Serie ließ den FCK zu nachlässig werden. „So ein Ergebnis gehört dazu. Haben wir etwa gedacht, wir verlieren kein Spiel mehr in der Liga?“, fragte Bormuth.

