FUSSBALL
FK Pirmasens: Bisher 16 Spieler für neue Saison unter Vertrag und erfolgreiche Klub-Choreo
Geisterspiele mit Hygienekonzept à la Bundesliga sind in der nur teilweise professionellen Regionalliga Südwest fernab der Realität. Also sprachen sich 18 Vereinsvertreter am Dienstag in einer Videokonferenz dafür aus, die Saison 2019/2020 nach 23 von 34 Spieltagen abzubrechen, Tabellenführer 1. FC Saarbrücken zum Meister und Drittliga-Aufsteiger zu erklären und keinen absteigen zu lassen – also auch nicht den auf dem drittletzten Platz liegenden FKP. „Sollte es so kommen, wären wir die Glücklichen“, äußert sich der Pirmasenser Vize-Kapitän David Becker noch vorsichtig, schließlich fällt erst direkt nach dem DFB-Bundestag am 25. Mai die endgültige Entscheidung. Auch Trainer Patrick Fischer will sich noch nicht zum Regionalliga-Verbleib gratulieren lassen, räumt aber ein: „Ich gehe davon aus, dass wir drinbleiben.“
FKP unterstützt Antrag
Abzuwarten bleibt, ob der auf einem Konzept des Regionalliga-Zweiten SV Elversberg basierende, vom FKP unterstützte Antrag des Saarländischen Fußballverbands, aus der einen Dritten Liga zwei zu machen, Erfolg hat. „So, wie die Dritte Liga jetzt ist, ist es nicht gut. Viele Vereine haben finanzielle Probleme, jüngere Spieler würden bei einer zweigleisigen Lösung besser gefördert werden“, argumentiert Fischer.
Drei Planer
Er plant zusammen mit Sebastian Reich, dem neuen, ehrenamtlichen Sportdirektor, und dem jetzt als Sportlicher Leiter fungierenden Ex-Trainer Peter Tretter das Personal für die neue Runde. Vom aktuellen Regionalligakader bleiben mindestens 15 Spieler; dazu kommt bisher Mittelfeldspieler Luka Dimitrijevic (23) von Röchling Völklingen. Abwehrchef Marco Steil beendet seine Karriere, der zuletzt nicht mehr eingesetzte Verteidiger Philipp Schuck hat beim FC Homburg unterschrieben, und Außenangreifer Sven Sellentin wechselt zum Oberligisten Hertha Wiesbach.
Sechs Verträge laufen aus
Bei sechs Spielern, Dennis Chessa, Lars Oeßwein, Konstantinos Neofytos, Christoph Batke, Flavius Botiseriu und Arne Neufang, läuft der Vertrag im Juni aus. Die ehemaligen Juniorennationalspieler Chessa und Oeßwein kamen erst Ende August, Anfang September – nach dem Horror-Saisonstart mit sechs Niederlagen in den ersten sechs Partien – als arbeitslose Profis zum FKP und trugen erheblich dazu bei, dass die Pirmasenser fortan fleißig Punkte sammelten. Beide würde Fischer gerne halten, beide würden allerdings gerne in den Berufsfußball zurückkehren. „Das wird Zeit brauchen“, merkt der Coach zu einer eventuellen Weiterverpflichtung des mit einer Pirmasenserin verheirateten, bei Bayern München ausgebildeten und vielseitig einsetzbaren Ex-Zweitligaspielers Chessa an. Fischers klares Ziel: „Wir müssen dieses Mal schon für den Saisonbeginn gute Spieler bekommen.“
Treue Hauptsponsoren
Die drei größten Sponsoren des FKP, Framas, Wawi und Toto Lotto, haben laut Präsident Jürgen Kölsch auch für die neue Saison zugesagt. Bei den anderen Geldgebern bleibe abzuwarten, wie diese von der Corona-Krise getroffen sind und ob sie weiter die Nummer zwei des pfälzischen Fußballs unterstützen. Ein voller Erfolg war die Aktion „Klub-Choreo“. Die Pirmasenser verkauften 3000 virtuelle Haupttribünen-Tickets, wodurch eine multimediale Fan-Choreografie entstand und über 20.000 Euro in die Vereinskasse flossen.