Fussball
FCK vor Regensburg-Spiel: Der Tank ist gut gefüllt
Dirk Schuster war dann doch etwas verblüfft. Der Trainer des 1. FC Kaiserslautern hatte vermutet, dass seine Mannschaft nach dem 1:1 am Samstag beim Hamburger SV im ersten Training nach dem starken Auftritt etwas Selbstzufriedenheit an den Tag legen würde. Schuster hatte der Mannschaft den Sonntag und den Montag freigegeben. „Am Dienstag sollte sich die Mannschaft akklimatisieren, doch am Mittwoch haben die Jungs im Training Vollgas gegeben, haben mit einer hohen Intensität gearbeitet, was ich in der Form nach dem kräftezehrenden Auftritt beim HSV gar nicht unbedingt erwartet hätte“, sagt Schuster.Die beherzte Einheit bestätigt den Coach, dass er und sein Trainerteam derzeit vieles richtig machen. Durch die taktische Veränderung in der Abwehr haben die Trainer die Erkenntnis gewonnen, dass es zum einen eine weitere taktische Möglichkeit gibt, und zum anderen, dass die Spieler zeigen, dass sie sofort da sind, wenn sie eingesetzt werden. „Es darf sich keiner zu sicher sein, dass er unangefochtener Stammspieler ist. Wir haben viele Spieler, die mit den Hufen scharren“, betont Schuster. Dem Trainerteam gebe es eine gewisse Sicherheit zu wissen, dass die Lücke, die durch einen Ausfall entsteht, umgehend durch einen anderen Spieler nahezu ideal geschlossen werde.
Dieser Umstand ist auch deshalb möglich, weil der FCK bislang von großem Verletzungspech verschont geblieben ist. „Wir greifen in der Trainingssteuerung auf Fachleute zurück und haben auch Erfahrung, wie man mit gewissen Situationen, mit gewissen Belastungen umgeht“, sagt Schuster: „Die sehr geringe Verletztenquote spricht dafür, dass wir, im Austausch mit den Spielern, die richtigen Maßnahmen getroffen haben.“
Vier Ausfälle
Gegen den SSV Jahn Regensburg (Sonntag, 13.30 Uhr, Liveblog auf rheinpfalz.de, Sky) muss Schuster jedoch auf einige Spieler verzichten. Ben Zolinski ist in der Reha, Anas Bakhat ist krank, Philipp Hercher ärgert sich mit seiner hartnäckigen Leistenverletzung herum, und Muhammed Kiprit fällt mit einer Sehnenreizung im Fuß aus.
Doch auch ohne diese vier Akteure ist der FCK Favorit. Das sieht selbst Schuster so: „Aufgrund der letzten Ergebnisse sind wir das erste Mal so ein klein bisschen in der Favoritenrolle.“ Hinzu kommt das sportliche Abschneiden des SSV Jahn Regensburg in dieser Saison. Auf des Gegners Platz hat der Jahn noch viel Luft nach oben, was die Bilanz von erst drei Zählern unterstreicht. Die Offensive der Gäste zeigt sich bislang äußerst abschlussschwach – neun geschossene Treffer stellen den schlechtesten Ligawert dar. In den letzten fünf Spielen schaffte die Mannschaft von Mersad Selimbegovic lediglich einen Sieg.
„Geil auf einen Heimsieg“
Das alles aber ist für Dirk Schuster nur bedingt aussagekräftig. „Regensburg ist eine homogene und gestandene Zweitliga-Mannschaft. Sie wissen, wie Zweite Liga geht“, sagt Lauterns Trainer. Die Bayern sind aktuell 13. in der Tabelle. Kaiserslautern hat gerade einmal vier Zähler mehr und ist Achter – sowie seit sieben Spielen ohne Niederlage. Allerdings endeten von den sieben Partien sechs unentschieden. „Man spürt, dass die Mannschaft geil ist, endlich mal wieder einen Heimsieg einzufahren“, sagt Schuster.
Dafür sieht der FCK-Coach sein Team bestens vorbereitet. Trotz der kräftezehrenden Spiele ist die Mannschaft gut in Form. „Bis zum 11. November in Düsseldorf haben wir genug im Tank und können die 100 Prozent abrufen. Sollte bei einem Spieler während der Partie einmal der Schlauch platzen, dann haben wir eine Ersatzbank dahinter, mit der wir auch absolut ohne Bauchschmerzen den nächsten nachladen können“, sagt Schuster etwas salopp.

