Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Eulen 27:27 gegen Leipzig: Punktgewinn oder Punktverlust?

239 Tage durften keine Eulen-Fans zu den Spielen in die Eberthalle.
239 Tage durften keine Eulen-Fans zu den Spielen in die Eberthalle.

Die Eulen Ludwigshafen spielen gegen den SC DHfK Leipzig 27:27. Ist das Unentschieden im Abstiegskampf gegen eine top besetzte Mannschaft jetzt ein Punktgewinn oder Punktverlust? So einfach lässt sich die Frage nicht beantworten.

„Eine Saison gibt einem immer was und nimmt einem was“, sagte Eulen-Trainer Ben Matschke nach dem 27:27 (13:13) am Donnerstagabend gegen den Tabellenachten SC DHfK Leipzig. Nach einem Spiel, in dem die Eulen in der Anfangsphase schon wie die sicheren Verlierer aussahen, zehn Minuten vor dem Ende ihre Hände aber ganz weit nach zwei Punkten ausstreckten. Matschkes Spruch passte also auch haargenau auf dieses Heimspiel, bei dem erstmals seit Oktober wieder 100 auf Corona getestete Zuschauer zugelassen waren.

Ein Unentschieden gegen einen schweren Gegner, da stellt sich immer die Frage nach dem eher gewonnenen oder verlorenen Punkt. Laut Matschke war es irgendwie beides: „Wenn man nur die Schlussphase sieht, könnte man meinen, es war ein verschenkter Punkt. Dafür war aber auch das 13:13 zur Pause vielleicht schmeichelhaft für uns. Das Spiel kannst du auch verlieren am Ende.“

Nervöser Spielbeginn

Warum hat es trotz Drei-Tore-Führung (56.) nicht zu zwei Punkten für die Eulen gereicht? Weil deren Spielbeginn hektisch und nervös war. „Wir arbeiten die ganze Woche auf Leipzig hin und halten uns dann nicht an den Spielplan und die Abwehrvorgaben“, analysierte Matschke: „Die Leipziger werfen die ersten Angriffe ohne Kontakt, ohne Block. So können wir keinen Handball spielen.“ Und weil sie die Außenspieler der Leipziger – Lucas Krzikalla (links) und Lukas Binder (rechts) – im ganzen Spiel nicht in den Griff bekamen. Beide erzielten je sieben Treffer aus zusammen nur 16 Versuchen. „Die haben einen unfassbar guten Job gemacht, unsere beiden Torhüter haben da keinen Stich gemacht“, musste Matschke anerkennen. Zu zwei Punkten reichte es am Ende auch nicht, weil die Eulen kurz nach der Pause einige klasse Chancen, unter anderem durch Alexander Falk und Jonathan Scholz, liegen ließen. Und weil die Leipziger beim 26:27 mit ihrer Sieben-gegen-sechs-Variante in den letzten zwölf Spielsekunden noch einmal durchkamen.

Beeindruckende Fans

Und warum konnten die Eulen am Ende wenigstens doch den einen Punkt gegen starke Leipziger behaupten? Weil sie sich wie immer nicht aufgaben. „Nach dem 5:10 haben wir dann unseren Turn gehabt, hatten danach einen 8:3-Lauf“, meinte Matschke zufrieden. In der Phase schafften es die Leipziger laut Trainer André Haber nicht, in ihrem Spielplan zu bleiben – so wie die Eulen zu Beginn. Eine Punkteteilung wurde es am Ende auch, weil Hendrik Wagner (acht Tore) nach der Pause wieder treffsicher war, das letzte Eulen-Tor fast auf Linksaußen erzielte. Und weil Spielmacher Dominik Mappes (sechs Tore, vier Vorlagen) wieder stark spielte, und die 100 Fans die Eulen lautstark antrieben. Sie standen vor dem Anpfiff, sie standen jeweils in den letzten Minuten vor der Pause und dem Schlusspfiff – und sangen sich die Seele aus dem Leib. „Ich habe mich gefreut, wieder Menschen zu sehen, die ich nun über ein Jahr lang nicht gesehen habe. Wir teilen alle eine Leidenschaft: die Eulen. Mit vielen Fans verbindet mich etwas Persönliches“, sagte Matschke.

Mittwoch in Magdeburg

Weil auch Konkurrent HBW Balingen-Weilstetten am Donnerstagabend beim Schlusslicht Coburg nicht über ein 27:27 hinauskam, ist nichts passiert im Abstiegskampf der Bundesliga: Die Eulen bleiben einen Punkt hinter Balingen auf Platz 16, dem ersten Nichtabstiegsplatz. Am Mittwoch muss die Matschke-Truppe zum Tabellendritten SC Magdeburg.

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