Handball
Eulen nah dran am Heimsieg gegen Leipzig
Es hat lange gedauert. Sehr lange sogar. 239 Tage mussten die Eulen Ludwigshafen ohne Zuschauer spielen. Wegen der Corona-Krise durften keine Fans in die Halle. Am Donnerstag nun kamen 100 Anhänger in die Friedrich-Ebert-Halle. Mehr durften nicht. „Ich freue mich ja schon, dass wir 100 Zuschauer in der Eberthalle haben. Das macht auf jeden Fall mehr Spaß, als wenn es ein Geisterspiel gewesen wäre“, sagte Karsten Günther, Geschäftsführer des DHfK Leipzig. Günther hatte stark dafür gekämpft, dass in Leipzig wieder Fans in die Halle dürfen. Eine Brandrede war der Weckruf. In vielen anderen Hallen dürfen nun auch wieder Zuschauer zu den Spielen.
Die Sache mit den Fans war irgendwie ein Déjà-vu für beide Teams. Das Auftaktspiel am 1. Oktober 2020 zur aktuellen Saison in Leipzig durften 1917 Zuschauer sehen. Es war die erste Partie mit Fans. 207 Tage blieb die Öffentlichkeit zuvor ausgeschlossen. Auch, weil die Saison abgebrochen wurde.
Eulen starten holprig
Gestern in Ludwigshafen sorgten die 100 Anhänger für Radau. Der verstummte zu Spielbeginn etwas. Denn die Eulen Ludwigshafen kamen stotternd, eher holpernd ins Spiel. Trainer Ben Matschke platzte der Kragen. Nach 15 Minuten hatte er schon zwei Auszeiten genommen. Matschke wurde da lauter und mahnte seine Spieler an die Plantreue. Die hielten sich daran und drehten das Spiel. 5:10 (15.) lag Ludwigshafen zurück. Vier Minuten gelang ihnen kein Tor. Doch sie hatten ja die mahnenden Worte ihres Trainers im Hinterkopf. Es begann eine Aufholjagd. Und die Fans machten nun ordentlich Krach. Neun Minuten ließen die Eulen kein Gegentor zu. Das lag auch daran, dass nun Gorazd Škof ins Tor kam und den glücklosen Martin Tomovski ersetzte. Tor für Tor kämpften sich die Eulen heran. Erstmals gingen sie mit 12:11 (25.) durch den starken Regisseur Dominik Mappes in Führung.
Matschke: „Am Ende zufrieden mit dem Punkt“
Die Eulen waren wieder da. Und es ging weiter. Hendrik Wagner erzielte in der 35. Minute das 15:13 – erstmals lagen die Eulen in der wichtigen Partie mit zwei Toren vorne. Nun wurde es richtig laut. Ob es Karsten Günther aber Spaß gemacht hat? Er musste nämlich mit ansehen, wie die Eulen den Vorsprung lange Zeit hielten. Klasse war der Kempa-Treffer von Mappes nach Falk-Zuspiel (49.) zum 22:19. „Das zeichnet Leipzig eben aus. Wir führen mit drei Toren Vorsprung bis fünf Minuten vor Spielende“, sagte Matschke. Als ob er geahnt hätte, kam Leipzig zurück: 22:22 (51.), 26:26 (59.). Das Spiel war völlig offen. „Am Ende sind wir zufrieden mit dem Punkt. Ob er reicht, wissen wir in zwei Wochen“, kommentierte Matschke.
Auch Balingen spielt unentschieden
Jedenfalls wäre ein Sieg gegen die Sachsen so wichtig gewesen. Denn Konkurrent Balingen-Weilstetten kam beim schon feststehenden Absteiger HSC 2000 Coburg nicht über ein 27:27 hinaus.
Leipzigs Trainer André Haber jedenfalls war sich nach dem Spiel nicht ganz sicher. „Ich weiß jetzt nicht, ob ich gratulieren soll und kann zu dem Unentschieden“, sagte er.
So spielten sie
Eulen Ludwigshafen: Tomovski (ab 15. Škof) - Wagner (8/2), Mappes (6), Dietrich - Falk (2), Scholz (3) - Haider (2) – Valiullin (2), Neuhaus, Bührer (1), Klein (2), Klimek (1)
SC DHfK Leipzig: Birlehm (29. Sæeveriås, 45. für einen Siebenmeter) - Remke (3), Weber (3), Mamic (3) - Krzikalla (7/2), Binder (7) - Milosevic (1) – Roschek, Gebala (3), Leun, Meyer-Siebert
Spielfilm: 4:4 (9.), 5:10 (15.), 10:10 (23.), 12:11 (25.), 12:12 (25.), 13:13 (Halbzeit), 19:16 (40.), 22:21 (50.), 27:27 (Ende) - Zeitstrafen: 1:1 - Siebenmeter: 2/3 - 2/3 - Beste Spieler: Wagner, Mappes, Škof - Gebala, Binder - Zuschauer: 100 - Schiedsrichter: Christian vom Dorff/Fabian vom Dorff (Kaarst).