Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Die Löwen haben ein großes Ziel

Der offizielle Startschuss. Von links die Spieler Mait Patrail und Albin Lagergren, Trainer Martin Schwalb, Geschäftsführerin Je
Der offizielle Startschuss. Von links die Spieler Mait Patrail und Albin Lagergren, Trainer Martin Schwalb, Geschäftsführerin Jennifer Kettemann, Sportchef Oliver Roggisch und Co-Trainer Klaus Gärtner.

Da war vor allem: Freude. Freude, wieder in der Halle zu sein. Bei der Saisoneröffnungspressekonferenz des Handball-Bundesligisten Rhein-Neckar Löwen am Freitag ging es naturgemäß zunächst einmal nicht um die großen sportlichen Ziele, sondern um die Nachwehen der Corona-Krise.

„Wir schätzen es, wieder in der Halle zu sein. Die letzten Wochen und Monate haben gezeigt, dass dies keine Selbstverständlichkeit ist. Es waren harte Monate für uns. Es war für alle schwierig, wenn einem die Geschäftsgrundlage entzogen wird“, betonte Jennifer Kettemann, die Geschäftsführerin des zweimaligen deutschen Meisters.

Kettemann: Mit SAP-Arena gut aufgestellt

Die Hoffnung steht: Vor Zuschauern spielen, wenn es denn Anfang Oktober in der Bundesliga wieder losgeht. „Das ist unser großes Ziel. Wir sind mit der SAP-Arena gut aufgestellt. Wir können von Glück sagen, dass wir so eine moderne Halle haben“, sagte Kettemann. Das Hygienekonzept wird mit Experten weiter ausgearbeitet, die Politik muss es absegnen. Noch herrscht ein Veranstaltungsverbot bis Ende Oktober. Sind die Zuschauer zuzuordnen, ist ein Spiel mit Fans möglich. Ein kleiner Einblick: Daten werden vorab gesammelt, die Eintrittskarten sollen personalisiert sein, es gibt verschiedene Zonen vor der Arena. 4000 Zuschauer wären mit Blick auf die Unkosten eine Marke, mit denen der Klub leben könnten. Bislang sind 2000 Dauerkarten verkauft. Die Löwen sind noch in Kurzarbeit, sie könnte im September enden. „Wir haben es gut hinbekommen. Es hat uns alle noch einmal stärker zusammengebracht. Es wird eine Riesenherausforderung“, sagte sie.

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Seit Montag im Training

Seit Montag sind die Handballer im Training, alles läuft noch recht piano, wie Trainer Martin Schwalb herausstellte, der das Team am 25. Februar von Kristjan Andrésson übernahm und die Mannschaft viermal betreute, bis wegen der Pandemie der Abpfiff kam. Schwalb bestreitet die 17. Vorbereitung in seiner langen Trainerkarriere. „Es wird bestimmt die außergewöhnlichste Vorbereitung“, meinte der 57-Jährige. Er sieht seine Spieler in einem körperlich guten Zustand. Heißt: Sie haben ihre Hausaufgaben gemacht. Am 1. August fährt die Mannschaft für vier Tage ins Trainingslager nach Ischgl, hat dort ein Hotel nur für sich. Für Ende August und Anfang September ist ein Turnier mit den sechs baden-württembergischen Erst- und Zweitligisten geplant.

Vor dem Saisonabbruch betreute Schwalb das Team viermal, landete drei Siege und musste mit seiner Auswahl nach einer schwachen zweiten Halbzeit eine 21:27-Niederlage beim THW Kiel hinnehmen. „Das hängt mir seit Monaten nach“, unterstrich er. Und schon hatte Schwalb etwas über seine Mannschaft gelernt ... „Das Wichtigste wird sein, ein gemeinsames Bild zu entwerfen. Wir haben ein großes Entwicklungspotenzial.“ Vom Titel sprach er nicht. Der Coach, selbst mit dem Virus infiziert, räumte ein: „Wir sind alle ein Stück weit traumatisiert.“

Klaus Gärtner – ein alter Bekannter

Mit am Tisch am Freitag in der Halle des Trainingszentrums Kronau saß ein alter Bekannter: Klaus Gärtner. Nach zwei Jahren als verantwortlicher Trainer beim österreichischen Spitzenclub ALPLA HC Hard kehrte der 44-Jährige wieder zu den Löwen zurück, von 2014 bis 2018 war er zunächst Nachwuchskoordinator, dann die rechte Hand von Meistermacher Nikolaj Jacobsen. Er freut sich auf die Arbeit mit den vielen Weltklassespielern, die Chance hatte er in Österreich nicht. „Die Berge waren sehr schön.“, meinte er vielsagend.

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