Handball
Die Eulen hoffen auf hundert laute Anhänger
Es wird ein besonderer Abend in der Friedrich-Ebert-Halle. Erstmals seit Herbst werden wieder Fans bei einem Heimspiel der Eulen Ludwigshafen in der Handball-Bundesliga dabei sein. 100 Zuschauer sind für die Partie gegen den Tabellenachten SC DHfK Leipzig (19 Uhr) zugelassen. Geschäftsführerin Lisa Heßler bittet darum, dass die auf der Eulen-Homepage veröffentlichten Hygienerichtlinien eingehalten werden. Die 100 Besucher wurden unter Dauerkarteninhabern ausgelost, die bei den ersten beiden Saisonspielen mit jeweils 500 Zuschauern nicht zum Zug gekommen sind.
Testmöglichkeit vor der Halle
Sie benötigen beim Einlass neben dem Ticket und einem gültigen Ausweis auch ein negatives Testergebnis, das nicht älter als 24 Stunden ist. Nachweislich Genesene und vollständig Geimpfte brauchen keinen Test. Vor der Halle besteht am Donnerstag ab 17.15 bis 18.30 Uhr eine Testmöglichkeit. Die Hoffnung der Geschäftsführerin ist, dass bei den letzten beiden Saisonspielen noch einige Fans mehr dabei sein dürfen. Das von Heßler für das Spiel gegen Leipzig ausgegebene Motto lautet: „100 machen Lärm für 2000.“
Wagners Vorfreude
Die Vorfreude bei Mannschaft und Trainer auf die Partie ist groß: „Die Helfer an den Trommeln geben den Takt vor, wie schon die ganze Saison. Dann werden sich die 100 hinzufügen und Rabatz machen“, sagt Eulen-Toptorschütze Hendrik Wagner. Die Ausgangslage ist klar: Die Ludwigshafener haben als Tabellen-17. mit 23:43 Punkten einen Zähler Rückstand auf HBW Balingen-Weilstetten. Die Balinger belegen den ersten Nichtabstiegsplatz und gastieren am Donnerstag zeitgleich beim bereits abgestiegenen Schlusslicht HSC Coburg. Zwei Punkte vor den Eulen liegt TSV GWD Minden. Die Mindener haben zudem ein Spiel mehr als die Ludwigshafener absolviert. „Wir müssen noch nach Minden“, sagt Rückraumspieler Max Neuhaus – und schiebt nach: „Es kann noch alles passieren.“
Keine Rechenspiele
Mit Rechenspielen mag sich Dominik Mappes nicht befassen: „Es bringt nichts danach zu schauen, was die anderen machen. Wir schauen seit Februar nur auf uns. Das macht uns derzeit erfolgreich. Wir haben genug zu tun, wenn wir uns nur mit uns beschäftigen“, sagt der Spielmacher. Der 26-Jährige will sich nach zwei Jahren bei den Eulen unbedingt mit dem Ligaverbleib nach Hüttenberg verabschieden, will vorangehen.
Der Ball muss laufen
Die Favoritenrolle gegen Leipzig ist klar verteilt. Die Eulen mussten sich im Hinspiel mit 19:27 geschlagen geben. Ben Matschke weiß um die Abwehrstärke der Sachsen: „Leipzig zeichnet eine sehr hohe Bereitschaft in der Arbeit aus, sie sind sehr aktiv in der Abwehr nach vorne“, sagt der Trainer – und fügt an: „Wir haben einen Plan. Der Ball muss laufen, wir brauchen Geduld, das Kreisläuferspiel wird wichtig sein.“
Stolzer Trainer
Auch bei dem 38-Jährige ist die Vorfreude auf die Rückkehr der Zuschauer groß: „Es ist schön, dass wieder Fans dabei sein können. Ich freue mich darauf, Menschen zu sehen, die ich seit einem Jahr nicht mehr gesehen habe.“ Für die Partie wird Matschke alle Mann zur Verfügung haben. Und die Eulen können durchaus mit breiter Brust in das Spiel gehen, haben von den vergangenen sieben Spielen fünf gewonnen. Eine beeindruckende Bilanz. „Das Wort Stolz wird oft inflationär gebraucht. Ich habe der Mannschaft erklärt, warum ich stolz auf sie bin. Nach der Heimniederlage gegen Essen haben wir noch einmal alles auf den Kopf gestellt, um einen Reiz zu setzen. Die Mannschaft hat da toll mitgezogen. Das nun ist das Ergebnis harter Arbeit und täglicher Kommunikation.“ Und Ben Matschke weiß: Noch ist es nicht zu Ende. Fünf Spiele bleiben. Die Hoffnung lebt.