Handball
Eulen Ludwigshafen erleben Déjà-vu in Leipzig
207 Tage setzte die deutsche Eliteliga aus. Vielmehr sie musste wegen der Corona-Krise pausieren. Seit Donnerstag aber fliegt der Ball wieder in Deutschlands Hallen. Doch so wie es vorher war, war es noch lange nicht. Die Eulen Ludwigshafen verloren jedenfalls ihr Auftaktspiel beim SC DHfK Leipzig.
Tim Bendzko als Testlauf
Die Arena in Leipzig ist eine feine Halle. Dort finden normalerweise sehr viele Veranstaltungen statt – Konzerte oder aber Bundesliga-Handballspiele. Doch Monate lang war nichts los in der Halle. Am 22. August fand schließlich erstmals wieder ein Konzert von Tim Bendzko in der Arena statt. Damals kamen 2000 Zuschauer. Es war ein erfolgreicher Testlauf.
Am Donnerstag nun gab es wieder ein Ereignis mit fast so vielen Zuschauern. 1917 Sportfans kamen, um das erste Saisonspiel der Handballer des DHfK Leipzig zu sehen. Gegner: die Eulen Ludwigshafen. Ausgerechnet die Eulen. Denn beide Mannschaften bestritten das letzte Spiel vor dem Saisonabbruch gegeneinander. Das war am 8. März. 32:27 gewann Leipzig das Duell damals.
Am Donnerstag sah es nicht viel besser aus für die Gäste: Sie unterlagen den ambitionierten Sachsen mit 19:27. Es war eine verdiente Niederlage. Dabei sah es in der ersten Halbzeit lange Zeit gar nicht so schlecht aus für die Eulen. Pascal Durak brachte Ludwigshafen erstmals mit 6:5 in Front (18.). Es sollte die einzige Führung für die Eulen bleiben. Denn danach ging es bergab für die Gäste. Das 7:7 von Durak (22.) war das letzte Tor in der ersten Halbzeit. Leipzig nutzte die Torflaute der Eulen aus und zog auf 12:7 davon. Das wurmte Eulen-Chefin Lisa Heßler. Sie haderte damit, dass der Mannschaft vor der Pause acht Minuten kein Tor gelang und Leipzig spielentscheidend davoneilte.
Leipzigs Sieg war nie in Gefahr
Den Vorsprung gaben die Sachsen letztlich nicht mehr aus der Hand. Mal führten sie mit sechs, mal mit vier Toren Vorsprung. Der Sieg aber war nie in Gefahr – am Ende war er sogar souverän. Denn die Eulen fanden keine Lösung, die kompakte und aggressive Leipziger Abwehr zu überlisten. Außerdem haperte es an der Chancenverwertung. Pascal Durak vergab drei Tempogegenstöße frei vorm sehr starken Leipziger Torwart Kristian Sæverås. Der Norweger war der beste Mann auf dem Platz, hielt zwei Siebenmeter von Durak. Doch gegen die beiden Siebenmeter von Max Neuhaus war er machtlos. „Wir waren zu einfallslos im Angriff und haben am Ende zu viele technische Fehler gemacht. In der zweiten Halbzeit hatten wir immer wieder die Chance ranzukommen, haben es gegen eine so starke Mannschaft nicht geschafft. Doch in der Abwehr haben wir es über weite Strecken gut gemacht“, kommentierte Neuhaus.
Matschke: Nicht reif genug
Trainer Ben Matschke missfielen einige Aktionen. „Wir waren nicht reif genug, um ein engeres Ergebnis zu bekommen. Die 5:1-Abwehr stand an sich ganz gut. Aber wir verwerfen Siebenmeter, einfache Konter – darüber werden wir reden“, bemängelte der 38 Jahre alte Matschke.
Viel geredet wurde am Donnerstag über die Premiere in der Arena Leipzig vor so vielen Zuschauern. „Heute mit 2000 Zuschauern, das war ein richtig gutes Gefühl – fast wie früher“, war Leipzigs Nationalspieler Philipp Weber beeindruckt,
So spielten Sie
DhfK Leipzig: Sæverås - Larsen (1), Weber (4), Mamic (4) - Wiesmach (4), Binder (4) - Gebala (1) - Milosevic (5), Krzikalla (3/3) , Meyer-Siebert (1), Remke
Eulen Ludwigshafen: Škof (9., 27. Tomowski für Siebenmeter, 40. - 50.) - Klein (1), Mappes (1), Valiullin (3) - Durak (2/1), Remmlinger (3) - Klimek (4) - Dietrich, Bührer, Haider, Meddeb, Neuhaus (3/2), Grimm (2)
Spielfilm: 1:0 (2.), 5:4 (16.), 5:5 (18.), 5:6 (18.), 7:7 (22.), 12:7 (Hz.), 20:15 (44.), 26:18 (57.), 27:19 (59.) - Siebenmeter: 3/3 - 3/5 - Zeitstrafen: 5/7 - Rote Karte: Klimek (42., dritte Zeitstrafe) - Beste Spieler: Sæverås, Weber, Milosevic - Dietrich, Remmlinger - Zuschauer: 1917 - Schiedsrichter: Hurst/Krag (Berlin/Frankfurt).