FCK RHEINPFALZ Plus Artikel Nach den Neuwahlen: Konstanz im Gremium

Kontrolleure:: der am späten Freitagabend auf drei Jahre gewählte FCK-Aufsichtsrat (von links nach rechts): Fritz Fuchs, Bernhar
Kontrolleure:: der am späten Freitagabend auf drei Jahre gewählte FCK-Aufsichtsrat (von links nach rechts): Fritz Fuchs, Bernhard Koblischeck, Rainer Keßler, Markus Merk und Martin Weimer.

Bernhard Koblischeck ist der einzige Neue im Aufsichtsrat des 1. FC Kaiserslautern. Vorsitzender bleibt Rainer Keßler. Bei der Jahreshauptversammlung ist vor allem eines heiß diskutiert worden.

Markus Merk hat harte Wochen hinter sich. Der dreimalige Weltschiedsrichter hat als Beirats- und Aufsichtsratssprecher des sportlich und finanziell seit Jahren angeschlagenen Fußball-Drittligisten 1. FC Kaiserslautern einige Pfiffe gegen sich hinnehmen müssen. Nicht im Stadion, wo wegen der Pandemie derzeit keine Zuschauer zugelassen sind, sondern im übertragenen Sinne vor allem in Veröffentlichungen im Internet und nicht nur dort. Alleingänge sind ihm vorgeworfen worden, Eingriffe ins operative Geschäft, als es dort mal wieder brannte. Merk schaltete sich vor allem mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden Rainer Keßler massiv in die jüngste Trainersuche ein, zusammen mit den regionalen Investoren, von deren Geld der FCK mittlerweile extrem abhängig ist. Marco Antwerpen wurde als Chefcoach präsentiert, aber sowohl Geschäftsführer Soeren Oliver Voigt und Sportdirektor Boris Notzon fehlten auf dem Podium. Dafür saßen Merk und Aufsichtsrat Fritz Fuchs da, der Fußball-Lehrer, unter dem Antwerpen bei RW Essen einst spielte.

Im Rennen um die fünf Sitze im ehrenamtlichen Aufsichtsrat des Vereins rund um die nach sechs Stunden und 41 Minuten am noch ganz jungen Samstag um 0.41 Uhr zu Ende gegangenen digitalen Jahreshauptversammlung wurde Merk mehrmals attackiert. Der 58-Jährige bot durch sein Vorangehen als eines der letzten Gesichter des FCK Angriffsflächen. Sololäufe wurden ihm vorgeworfen. So bekam er bei den Neuwahlen zum Aufsichtsrat ein paar Kratzer ab. Er erhielt die viertmeisten Stimmen, Ende 2019 bei den Nachwahlen waren es noch mit Abstand die meisten gewesen. Es ist – bei allem, was man an Merks Macher-Art kritisieren kann – auch typisch FCK, typisch Mensch: Die Fehler dessen, der vorangeht, sind sichtbar, deshalb wird er abgestraft. Er braucht mehr Starke um und unter sich. Wie war das mit dem Duschen, ohne nass zu werden?

Merk zieht doch souverän wieder ins Gremium

Aber Merk zog doch souverän wieder ins Gremium ein. Er bekam mit 1715 Stimmen deutlich mehr als der fünftplatzierte Fuchs (1066). Die meisten Stimmen der rund 2300 zugeschalteten Mitglieder – bei der Präsenz-Versammlung am 1. Dezember 2019 waren es in der Spitze 1751 – bekamen diesmal Martin Weimer (1871) und Rainer Keßler (1845). Mit 1717 Stimmen lag der einzige Neue im Fünfer-Gremium, der 61 Jahre alte Bernhard Koblischeck aus Dannstadt-Schauernheim im Rhein-Pfalz-Kreis auf Rang drei. Der führungserfahrene Telekom-Manager trat sehr souverän auf, seine Rede überzeugte viele Mitglieder.

Freiwillig aus dem Fünfer-Aufsichtsrat ausgeschieden ist Christian Bettinger, der nicht wieder antrat. Nachrücker sind Johannes B. Remy (762), Valentin Helou (358) und Carsten Krick (209). Udo Zender kam auf 66 Stimmen. Gleich am Samstag wählte das Gremium Keßler zum Vorsitzenden. Stellvertreter ist Koblischeck. Weimer und Keßler sind mit Merk der verbliebene Kern des „Teams Keßler/Merk“, das 2019 angetreten war. Die drei verfügen zusammen über die Stimmenmehrheit im Aufsichtsrat und zurzeit damit auch im Beirat der FCK Management GmbH Profifußball.

Heftige Kritik aus Mitgliederkreisen

Wegen der Sitze für Investoren in diesem mächtigen Gremium der 2018 ausgegliederten Kapitalgesellschaft, einer Tochter des e. V. als Konzernmutter, gab es am Freitagabend teils heftige Kritik aus Mitgliederkreisen. 20 Prozent des FCK-Aktienkapitals sind für jeweils einen von maximal zwei Sitzen im fünfköpfigen Beirat nötig – unter dieser Prämisse hat die Mitgliederversammlung am 3. Juni 2018 der Ausgliederung im „Lauterer Modell“ zugestimmt.

Am Freitag nun hat die FCK-Führung angekündigt, mit dem neuen Aufsichtsrat darüber reden zu wollen, die Hürde auf zehn Prozent zu senken. Damit hätten die regionalen Investoren Peter Theiss, Giuseppe Nardi, Klaus Dienes, Dieter Buchholz und Axel Kemmler, die mit einem frischen Darlehen über 1,05 Millionen Euro mit ihrer Saar-Pfalz-Invest GmbH nach der Profifußball-Gesellschaft auch den hochverschuldeten FCK e. V. und damit das ganze Klubgebilde am Leben halten, sehr bald zwei Beiratssitze. Im Juli werden sie vereinbarungsgemäß rund 33 Prozent des FCK-Aktienkapitals halten, dafür stellen sie 11 Millionen Euro zur Verfügung.

Keßler verteidigte am Samstag das Vorhaben: „Ich kann die Kritik verstehen. Wenn aber der Strohhalm, den wir jetzt haben, instabil wird, spielen wir hier kein Fußball mehr. Es ist ein Geben und Nehmen. Mit den regionalen Investoren ist es ein partnerschaftlicher Prozess.“

An dieser Stelle finden Sie ein Video via Glomex.

Um Inhalte von Drittdiensten darzustellen und Ihnen die Interaktion mit diesen zu ermöglichen, benötigen wir Ihre Zustimmung.

Mit Betätigung des Buttons "Fremdinhalte aktivieren" geben Sie Ihre Einwilligung, dass Ihnen Inhalte von Drittanbietern (Soziale Netzwerke, Videos und andere Einbindungen) angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an die entsprechenden Anbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät notwendig. Mehr Informationen und eine Widerrufsmöglichkeit finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Der Newsletter wird jeden Freitag verschickt.

Noch mehr FCK gibt es hier:

Pokalsieger, Absteiger, Wiederaufsteiger, Meister: Der 1. FC Kaiserslautern ist wie kaum ein zweiter deutscher Fußballverein in der Region verankert. Unsere Redaktion ist dicht dran am FCK und bietet exklusive Einblicke in den legendärsten Club aus der Pfalz. Alle wichtigen Infos, Hintergründe und Neuigkeiten gibts für Fans auch in unserem Newsletter und dem Podcast Lautre!

An dieser Stelle finden Sie Umfragen von Opinary.

Um Inhalte von Drittdiensten darzustellen und Ihnen die Interaktion mit diesen zu ermöglichen, benötigen wir Ihre Zustimmung.

Mit Betätigung des Buttons "Fremdinhalte aktivieren" geben Sie Ihre Einwilligung, dass Ihnen Inhalte von Drittanbietern (Soziale Netzwerke, Videos und andere Einbindungen) angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an die entsprechenden Anbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät notwendig. Mehr Informationen und eine Widerrufsmöglichkeit finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

x