US Air Base
USA fliegen weiterhin Afghanen über Ramstein nach Amerika
Auch zu Beginn des neuen Jahres setzt die US-Regierung ihr Versprechen um, frühere afghanische Ortskräfte und deren Familien in die USA zu holen. Wie eine Vertreterin des US-Generalkonsulats in Frankfurt der RHEINPFALZ am SONNTAG erklärte, gehört Deutschland zu den mittlerweile 60 Orten weltweit, über die der Transit vom Hindukusch in die Vereinigten Staaten abgewickelt wird. „Unsere Partnerschaft mit Deutschland ist Ausdruck unserer gemeinsamen Werte und unserer Verpflichtung gegenüber den Tausenden mutigen Afghanen, die über die vergangenen zwei Jahrzehnte Seite an Seite mit den USA und unseren Alliierten standen“, so die US-Regierungsvertreterin.
Anfang Dezember hatte Washington bestätigt, dass dabei auch der westpfälzische Luftwaffenstützpunkt Ramstein ein Zwischenstopp ist. Über die genaue Anzahl der Afghanen, die seither über die Pfalz in die USA gereist sind, wollte das Frankfurter US-Generalkonsulat, das für Rheinland-Pfalz, Hessen, das Saarland und Baden-Württemberg zuständig ist, keine näheren Angaben machen. Wie die RHEINPFALZ am SONNTAG im Dezember berichtete, ist die aktuelle Luftbrücke zwar auf unbestimmte Zeit angelegt, soll aber lediglich eine „begrenzte Anzahl“ von Antragstellern für sogenannte Sonder-Einwanderungsvisa nach Ramstein bringen. Sie würden nur „vorübergehend untergebracht“. Dies geschehe „in US-Einrichtungen in Kaiserslautern“.
Zügige Weiterreise
Nach Informationen unserer Zeitung handelt es sich um die Rhine Ordnance Barracks der US-Armee im Westen von Kaiserslautern. Die Bundes- und die Landesregierung haben dafür ihr Einverständnis erteilt, nachdem sie Zusicherungen der USA erhalten haben: Die Geflüchteten dürfen sich während ihres Zwischenstopps nur in US-Einrichtungen oder in von der deutschen Polizei eskortierten Fahrzeugen aufhalten. Der Aufenthalt in der Pfalz endet, sobald das US-Generalkonsulat das Sondervisum ausgestellt hat. Der Prozess soll jeweils so zügig ablaufen, wie es geht – dem Vernehmen in weniger als 30 Tagen.
Das aktuelle Transitprogramm unterscheidet sich deutlich von der 71-tägigen Luftbrücke im Spätsommer 2021. Anders als in den chaotischen Wochen nach dem Abzug der US-Truppen aus Afghanistan ist diesmal vorab geklärt, dass alle Eingeflogenen die Voraussetzungen für ein US-Einwanderungsvisum erfüllen. Zum Höhepunkt der Luftbrücke 2021 wurden an einem Tag 21.000 Menschen abgefertigt.
Hunderttausende Antragsteller
Insgesamt haben mehr als acht Millionen Afghanen ihre Heimat seit dem Sturz der prowestlichen Regierung in Kabul im August 2021 verlassen, die meisten leben in den Nachbarländern Iran und Pakistan. Hunderttausende sind indes bis in die EU gelangt. Rund 100.000 afghanische Ex-Ortkräfte wurden bisher mit ihren Familien in die USA gebracht. Laut US-Medienberichten gibt es weitere 800.000 Afghanen am Hindukusch, die ein Sondervisum für die USA beantragt haben. Mindestens die Hälfte erfülle demnach aber nicht die Kriterien des Sonderprogramms.
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Dieser Artikel stammt aus der RHEINPFALZ am SONNTAG, der Wochenzeitung der RHEINPFALZ. Digital lesen Sie die vollständige Ausgabe bereits samstags im E-Paper in der RHEINPFALZ-App (Android, iOS). Sonntags ab 5 Uhr erhalten Sie dort eine aktualisierte Version mit den Nachrichten vom Samstag aus der Pfalz, Deutschland und der Welt sowie besonders ausführlich vom Sport.