Rheinland-Pfalz
Robert Habeck: Rückkehr des Grünen-Superstars
Robert Habeck sprintet leicht federnd auf die Bühne in der Mainzer Halle 45 – und das Publikum jubelt. Binnen weniger Tage waren die 800 Plätze vergeben, die die rheinland-pfälzischen Grünen für ihren Wahlkampfbooster, Pardon, für die Aufzeichnung einer Podcast-Folge von „Habeck live“ angeboten haben. Die Fahrrad- und Lastenrad-Dichte vor der früheren Industriehalle erfüllt am späten Samstagvormittag jedes grüne Klischee.
Der 56-Jährige, der trotz einer Petition 2025 sein Bundestagsmandat aufgegeben und sich aus der Politik zurückgezogen hat, ist im grünen Milieu immer noch der Superstar. Wie tritt er jetzt auf? Politisch-philosophisch oder donnernd, wie es seine Abrechnung mit Markus Söder (CSU) war, dem er „fetischhaftes Wurstgefresse “ vorgeworfen hat?
Nur der Moderator
In Mainz zeigt sich Habeck in einer neuen Rolle – als Host eines Podcasts oder schlicht als Moderator. Er überlässt den beiden grünen Wahlkämpferinnen den größten Raum. Umwelt- und Klimaschutzministerin Katrin Eder (49) ist die Spitzenkandidatin für die Landtagswahl am 22. März, Familien- und Integrationsministerin Katharina Binz (42) holte vor fünf Jahren in der Mainzer Neustadt das einzige grüne Direktmandat im Land.
„Ich mache ja jetzt ein bisschen was anderes, als täglich die Politik der Bundesregierung zu kommentieren“, sagt Habeck. Er arbeitet für ein dänisches Institut, das zu Sicherheits- und geopolitischen Fragen forscht. Und was beschäftigt ihn? Die 400 Milliarden Euro, die die EU jährlich für fossile Energien ausgebe. „Dieses Geld geht in die Taschen von Leuten, die es nicht gut mit liberaler Demokratie meinen. Von Putin über Trump und Vance bis zu den Diktatoren im Nahen Osten.“ Nun will er wenigstens von Eder und Binz wissen, was sie in Rheinland-Pfalz für die energiepolitische Unabhängigkeit und den Klimaschutz tun.
Dann kam Trump
Es geht am Samstag auch um Haustürwahlkampf. „Du klingelst bei fremden Leuten, wenn es gut läuft, ergibt sich ein Gespräch. Aber ich fand das immer an der Grenze zum Unangenehmen“, sagt der Mann, dem eine Einmischung in den Heizkeller der Menschen vorgeworfen wurde.
Sein Gesetz ist seit einer Woche Geschichte. Und was sagt Habeck zur Antwort der schwarz-roten Bundesregierung? „Das sogenannte Gebäudemodernisierungsgesetz das jetzt den Biopflanzenanbau modernisiert, das haben die wahrscheinlich vorgestellt in der Annahme, das wird der große Burner für die Baden-Württemberg-Wahl.“ Aber dann sei Donald Trumps und Israels Angriff auf den Iran gekommen. Jetzt würden sich angesichts steigender Preise alle an die fossile Abhängigkeit und an die Kostenfalle erinnern. Klug sei diese Politik nicht. Das klingt, als Suche einer noch nach seiner Bestätigung.