Weintipp RHEINPFALZ Plus Artikel Die Paroli-Bieter

Deutscher Riesling ist nicht völlig konkurrenzlos.
Deutscher Riesling ist nicht völlig konkurrenzlos.

Sommerseminar: Die Weine der anderen. Heute stellen wir einen Riesling aus der Wachau vor.

Wir befinden uns in der Welt der trockenen Rieslinge. Kaum jemand kann den Anbaugebieten am Rhein das Wasser reichen. Kaum jemand? Nein! Von unbeugsamen Österreichern bevölkerte Steilhänge an der Donau zwischen Spitz und Mautern hören nicht auf, den Toplagen am Rhein Paroli zu bieten.

Wachau heißt das nur 1390 Hektar kleine Anbaugebiet mit wertvollen Urgesteins- und Lössterrassen. Es genießt für seine exzellenten Rieslinge und Grünen Veltliner weltweites Ansehen. Warm-trockenes pannonisches Klima mildert die kühlen Luftströme des nahen Waldviertels und wird durch die Donau als Sonnenreflektor verstärkt. Hohe Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht sorgen zudem für fruchtige Frische und gute Säure.

Steinfeder, Federspiel, Smaragd

Schon früh begannen die dortigen Winzer unter dem Dach des Gebietsschutzverbands Vinea Wachau, auf hohe Qualität zu setzen und entsprechende Regeln zu definieren. Die besonders leichten, eleganten Weine der Bezeichnung Steinfeder dürfen maximal 11,5 Prozent Alkohol enthalten. Etwas kräftiger, aber immer noch mit unter 12,5 Prozent Alkohol recht leicht, bilden die Federspiel-Weine eine Art Mittelklasse. Diese beiden Weintypen dürfen maximal vier Gramm Restzucker aufweisen. Ein Smaragd dagegen mit oft über 13 Prozent Alkohol kann bis zu neun Gramm Zucker behalten.

Alles andere als ein Kompromiss

Die Kategorie Federspiel ist kein fader Kompromiss, sondern verbindet häufig Eleganz und Leichtigkeit mit innerer Kraft. Dem Weingut Jamek in Joching, seit 110 Jahren in Familienbesitz und seit vielen Jahren eines der weltbesten Riesling-Weingüter, gelingt dies besonders gut. Die Jameks bewirtschaften 25 Hektar in besten Lagen wie dem Ried Klaus. Dort wächst ein herausragender Federspiel-Riesling, der die Stärken dieser Sorte geradezu potenziert: außerordentlich mineralischer Duft, der an gepfefferte gelbe Früchte erinnert, fast anstrengend würzig, tiefgründig und endlos nachschmeckend. Großes Kino!

Der Wein

2020 Ried Klaus Riesling Federspiel, Weingut Jamek, Wachau; www.jamekwein.at; Bezug auch über www.tesdorpf.de. Preis: 22,90 Euro

Der Autor

Jürgen Mathäß ist Weinjournalist und Seminarleiter, er war Chefredakteur verschiedener Weinzeitschriften und ist Experte für Pfälzer Weine sowie für die Weine der iberischen Halbinsel und Südamerikas. Seit 2007 schreibt alle zwei Wochen den „Weintipp“ für die RHEINPFALZ am SONNTAG. Er lebt in Landau-Arzheim.

Entkorkt - Newsletter  - Anmeldeseiten 729 x 450 (1)

Dürfen wir nachschenken?

Was sind die Trends der Weinszene? Welche Neuigkeiten gibt es von den Weingütern in der Region? Was ist Naturwein? Wie arbeitet ein Kellermeister? Und wo stehen Weinautomaten in der Pfalz? In unserem kostenlosen Newsletter Entkorkt" liefern wir alle zwei Wochen Weinwissen für Pfälzer Weinliebhaber.

 

Wer nicht lesen will, kann hören: Sie wollten schon immer wissen, wie man die vielen Flaschen Wein, die man zu Hause hat, am besten lagert? Oder welche Unterschiede es zwischen verschiedenen Rebsorten gibt? Dann sind Sie hier genau richtig: In unserem kostenlosen Podcast "Wissensdurst" löchern Vanessa Betz und Rebecca Singer die Weinexpertin Janina Huber mit Fragen rund um das Thema Wein.  

An dieser Stelle finden Sie Umfragen von Opinary.

Um Inhalte von Drittdiensten darzustellen und Ihnen die Interaktion mit diesen zu ermöglichen, benötigen wir Ihre Zustimmung.

Mit Betätigung des Buttons "Fremdinhalte aktivieren" geben Sie Ihre Einwilligung, dass Ihnen Inhalte von Drittanbietern (Soziale Netzwerke, Videos und andere Einbindungen) angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an die entsprechenden Anbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät notwendig. Mehr Informationen und eine Widerrufsmöglichkeit finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

x