Der Weintipp
Der Neustarter
Den Winzern mangelt es weltweit an Nachfrage und in der Pfalz stehen vor allem viele Fassweinwinzer mit dem Rücken zur Wand. Das hat sich herumgesprochen, auch wenn die Pfälzer Branchenvertreter lieber von einer „Delle“ als von einer Krise sprechen. Tatsache ist, dass viele Weinberge, auch Weinbaubetriebe, zum Verkauf stehen und selbst erfolgreiche Weingüter mit neuen Investitionen derzeit vorsichtig sind.
Der Meckenheimer Lukas Metz jedoch hat im vergangenen Jahr ein eigenes Weingut gegründet. Da war er 23 Jahre alt, hatte soeben sein Weinbaustudium abgeschlossen und zwischendurch in den Weingütern Christmann und Andres sowie in Kalifornien Erfahrung gesammelt.
Zugegeben, er hatte eine Basis: Der Großvater hatte 1956 ein Weingut gegründet, aber der Vater hatte es verpachtet. Gebäude und Weinberge waren da – der Enkel holte sie sich zurück, mutig und selbstbewusst, der Weinbaukrise zum Trotz.
„Herumsprechen“ hilft
Nützlich ist sicher, dass Lukas Metz offenbar weiß, wie man heutzutage Leute neugierig macht. Für sein erstes Hoffest, mit dem er sich bekannt machen wollte, reichte das „Herumsprechen“ in den Sozialen Medien, um mehrere Hundert Besucher auf den Hof zu locken. Und weil es so schön gewesen ist: Vom 14. bis 16. November gibt es gleich noch mal ein Hoffest, gemeinsam organisiert mit den Schlossterrassen Deidesheim. Dass sich Nachbarn beschweren werden, ist eher nicht zu erwarten: Der Aussiedlerhof liegt ein Stück vom Dorf entfernt.
Erfreulich ist auch, dass der junge Weingutsbesitzer mit den Preisen auf dem Boden bleibt. Nur drei Weine kosten mehr als 15 Euro – und die sind auf sechs Flaschen pro Einkauf limitiert. Mit seiner Qualität und einer eigenen Handschrift bei den Weinen muss er sich sowieso nicht verstecken. Der Liter-Riesling beispielsweise für nur 4,50 Euro ist ein echtes Schnäppchen. Saftig und gelbfruchtig duftet er wie ein echter Mittelhaardter. Im Mund zeigt er Kontur und Charakter.
Der Wein
2024 Riesling Literwein, Weingut Metz, Meckenheim, Telefon 06326/8140, Preis: 4,50 Euro.
Der Autor
Jürgen Mathäß ist Weinjournalist und Seminarleiter, er war Chefredakteur verschiedener Weinzeitschriften und ist Experte für Pfälzer Weine sowie für die Weine der iberischen Halbinsel und Südamerikas. Seit 2007 schreibt er alle zwei Wochen den „Weintipp“ für die RHEINPFALZ am SONNTAG. Er lebt in Landau-Arzheim.

Dürfen wir nachschenken?
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Wer nicht lesen will, kann hören: Sie wollten schon immer wissen, wie man die vielen Flaschen Wein, die man zu Hause hat, am besten lagert? Oder welche Unterschiede es zwischen verschiedenen Rebsorten gibt? Dann sind Sie hier genau richtig: In unserem kostenlosen Podcast "Wissensdurst" löchern Vanessa Betz und Rebecca Singer die Weinexpertin Janina Huber mit Fragen rund um das Thema Wein.

