Kommentar
Warum diese Abschiebung falsch ist
Wer an dringend notwendige Abschiebungen denkt, hat nicht unbedingt Menschen wie die syrischen Flüchtlinge in Dahn auf dem Schirm. Das sind keine jungen, betrunkenen Männer, die mit der Machete in der Hand durch die Gegend laufen oder junge Frauen belästigen. Es handelt sich vielmehr um eine vergleichsweise gut integrierte Familie mit gut ausgebildeten Eltern.
Es entsteht der Eindruck, dass hier eine Behörde mit Gewalt beweisen will, dass sie Abschiebungen durchsetzen kann. Eine populär bis populistische Forderung, die in den vergangenen Monaten nahezu mantrahaft von Politikern quer durch fast alle Parteien vorgetragen wird.
Ob im Fall der Syrer aus Dahn wirklich die ganze Härte des Gesetzes notwendig ist, steht auf einem anderen Blatt. Zumindest die Entscheidung des Gerichts über die bereits eingereichte Klage der Familie könnte abgewartet werden, bevor für sie Plätze im Flieger nach Bulgarien gebucht werden.
