Rheinland-Pfalz
„Stormy Trump“ auf dem Mainzer Rosenmontagszug
In der Wagenhalle des Mainzer Carneval Vereins (MCV) stehen die Motivwagen bereit für den Rosenmontagszug. Am Dienstag haben MCV-Präsident Hannsgeorg Schönig und das Kreativteam um Boris Henkel die elf Motivwagen vorgestellt. Trump wird als „Stormy Donald“ dargestellt. Das ist zum einen eine Anspielung auf die Prostituierte Stormy Daniels, der Trump Schweigegeld gezahlt hatte, es ist aber mehr noch eine Anspielung auf seine obszönen Übergriffe. Mit herausgestreckter Zunge und entblößtem Unterleib bedrängt er Miss Liberty und tanzt auf den Trümmern von Recht und Gesetz.
Merz im Schlauchboot
Die Berliner Politik ist unter anderem mit Kanzler Friedrich Merz (CDU) als Schlauchbootkapitän präsent, der mit Versprechern und gebrochenen Versprechen aufwartet. Verfolgt wird er von Altkanzlerin Angela Merkel als Ungeheuer. Der Wagen wurde just an dem Tag vorgestellt, als Merkel ankündigte, am nächsten CDU-Bundesparteitag teilzunehmen. Gelungen ist die Karikatur des wurstvertilgenden CSU-Chefs und bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder.
Als einziges landespolitisches Thema schafft es das im vergangenen Herbst verabschiedete liberale Bestattungsgesetz auf den Rosenmontagszug. Auf „meenzerisch“ wird die Asche Verstorbener als Konfetti aus der Kanone verschossen. Keine echte Asche, aber echtes Konfetti soll an Rosenmontag von dem Motivwagen regnen.
Kein Wagen zu Putin
Nicht vertreten ist der russische Machthaber Wladimir Putin, 2025 war er als Mafia-Pate dargestellt. Ende vergangenen Jahres hatten die Macher des MCV Solidarität mit dem Düsseldorfer Wagenbauer Jacques Tilly bekundet. Die russische Justiz wirft ihm Verunglimpfung der russischen Armee vor und verklagt ihn vor Gericht.
Als die Angriffe gegen Tilly kamen, sei die Planung der Wagen bereits abgeschlossen gewesen, hieß es.
Die Organisatoren des Zuges gehen von rund 600.000 Besucherinnen und Besucher aus, die Anzahl der Mitwirkenden liegt bei 9000. Die Polizei werde ihr Augenmerk vor allem auf den Jugendschutz legen, hieß es. Entlang der Zugstrecke gilt ein Glasverbot.