Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Pizza-Weltmeister aus Ludwigshafen: Lorenzo Parrotta holt Titel in Neapel

Lorenzo Parrotta ganz stolz mit seinem Pokal der Deutschen Pizza-Meisterschaft - nun darf er sich auch Pizza-Weltmeister nennen.
Lorenzo Parrotta ganz stolz mit seinem Pokal der Deutschen Pizza-Meisterschaft - nun darf er sich auch Pizza-Weltmeister nennen.

Ein Chemikant aus Ludwigshafen gewinnt die inoffizielle Pizza-WM in Neapel. Sein Erfolgsrezept: Lila Kartoffelcreme, Wirsing und Thunfischtatar.

Eigentlich ist Lorenzo Parrotta Chemikant und arbeitet in Ludwigshafen für die BASF. In Neapel hat der 24-jährige Deutsch-Italiener nun aber auch den Weltmeistertitel in der Kategorie Pizza Contemporanea (zeitgenössische Pizza) abgeräumt und sich damit einen persönlichen Traum erfüllt. Bei der inoffiziellen Meisterschaft überzeugte Parrotta nach Angaben der Nachrichtenagentur DPA mit einer ungewöhnlichen Komposition: lila Kartoffelcreme, frittierter Wirsing, Thunfischtatar und Pinienkerne, abgerundet mit Zitronenkaviar. Im Februar hatte er bereits die Deutsche Meisterschaft der Profis, den Caputo Cup, gewonnen, davor war Parrotta Deutscher Hobby-Pizzameister.

Der Ludwigshafener verbindet in seinen Kreationen traditionelle Küche mit Elementen aus der Sterne- und Molekularküche. Diese Mischungen hat er sich nach eigenen Angaben selbst erarbeitet. „Man muss sich mit irgendetwas abheben“, sagte er Anfang März im RHEINPFALZ-Gespräch. Mit der Erfolgspizza aus der nationalen Meisterschaft wollte er auch in Neapel antreten: „Mir wurde gesagt, wenn ich mit dieser Pizza antrete, habe ich gute Chancen zu gewinnen.“ Dass er seitdem noch an den Feinarbeiten arbeitete, scheint sich ausgezahlt zu haben.

Akribische Vorbereitung

Bislang ist Parrotta neben seinem Hauptberuf mit einem Foodtruck „Lozzeria“ unterwegs und bedient im Sommer wöchentlich mehrere Catering-Termine. Nebenbei war er 2025 auch in der Fernsehsendung „Dream Kitchen“ zu sehen, in der Teilnehmende um ein eigenes Restaurant kochen. „Es ist schon sportlich“, sagt er. Planung und Disziplin seien entscheidend: „Ich muss mich organisieren und meinen Schlaf sehr gut planen.“

Nach dem Titelgewinn in Neapel.
Nach dem Titelgewinn in Neapel.

Auf Wettbewerbe bereitet sich Parrotta akribisch vor. Einige Zutaten – etwa die lila Kartoffeln, die er als Creme auf dem Pizzaboden verwendet – hat er zum Beispiel selbst mit nach Neapel gebracht, anderes kauft er vor Ort. Der 24-Jährige reist mit Kühlboxen und Eisbeuteln, um die Teigtemperatur zu sichern, sollte mal der Kühlschrank ausfallen. Wetter und Umgebungsbedingungen behält er dabei im Blick: „Die Sachen, die ich planen kann, plane ich.“

Traum vom eigenen Restaurant

Nervös wird der Ludwigshafener nach eigener Aussage nicht. „Ich bin immer locker, reiße ständig Witze. Mit Scheitern komme ich gut klar. Ich weiß, dass ich gute Chancen habe, und sehe mein Potenzial“, betonte er bereits im Vorfeld der inoffiziellen Pizza-WM gegenüber der RHEINPFALZ. Der nächste Schritt war für ihn damals längst klar: das eigene Restaurant. Er werde dieses Projekt mit Leidenschaft angehen. Unterstützung bekommt er von Familie, Partnerin und engen Freunden. Auch die Pizza-Community erlebe er als hilfsbereit und eng vernetzt.

An der inoffiziellen Pizza-WM in der süditalienischen Großstadt Neapel haben nach Angaben der Nachrichtenagentur DPA 612 Pizzabäcker aus 35 Nationen teilgenommen. 16 Titel wurden demzufolge vergeben. Die Nationenwertung gewann Südkorea, gefolgt von Puerto Rico und Kanada.

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