Ludwigshafen
Pfälzer Pizza-Profi will Weltmeister werden: Lorenzo Parrotta träumt vom eigenen Lokal
„Es passieren Sachen, mit denen man gar nicht rechnet“, sagt Lorenzo Parrotta, und seine Augen leuchten. Er meint die vergangenen zwei Jahre seit seinem Sieg bei der Deutschen Hobby-Pizzameisterschaft, mit dem er seinen Traum vom eigenen Restaurant weiterverfolgt.
Der wichtigste Unterschied zu vor zwei Jahren? „Es ist jetzt alles viel größer“, erzählt Parrotta. Er habe seinen Foodtruck, die Lozzeria, weiterentwickelt; das Catering-Geschäft laufe sehr gut. Im Sommer habe er drei bis vier Aufträge die Woche. Nebenbei war er 2025 noch im Fernsehen bei dem Format „Dream Kitchen“ zu sehen, bei denen Teilnehmende um ihr eigenes Restaurant kochen. In seiner Freizeit arbeite er stetig daran, seine Fähigkeiten auf die nächste Stufe zu bringen. Und das alles, während er noch bei der BASF als Chemikant arbeitet. „Es ist schon sportlich“, antwortet er auf die Frage, wie man das alles unter einen Hut bekommt. „Ich muss mich organisieren und meinen Schlaf sehr gut planen.“ Freizeit habe er wenig, aber das sei eben so in dieser Phase. Jetzt sei es wichtig, den eigenen Traum nicht aus den Augen zu verlieren und dran zu bleiben.
Pizza-Weltmeisterschaft im Juni 2026
Unterstützung bekomme er nicht nur von seiner Familie und seiner Partnerin, auch seine zwei besten Freunde seien immer bereit, mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. „Sie sehen, ich meine es ernst. Also unterstützen sie mich bei allem, was ich vorhabe“, so Parrotta. Auch die Pizza-Community sei größtenteils eine sehr enge und wohlwollende Gemeinschaft, wo man sich gegenseitig aushelfe.
Im Februar 2026 gewann Parrotta die Deutsche Meisterschaft der Profis, den Caputo Cup. Somit kann er den Hobby-Titel ablegen und sich mit Fug und Recht „Pizza-Profi“ nennen. Doch Ausruhen ist für den Ludwigshafener keine Option. Im Juni geht es für ihn nach Neapel, zur Pizza-Weltmeisterschaft. Dort will er in einer der Hauptkategorien „Contemporanea“ – Zeitgenössische Pizza – der erste Deutsche werden, der den WM-Titel holt.
Einflüsse aus verschiedenen Sparten
Was seine Pizza besonders macht, seien die verschiedenen Einflüsse, die in seine Kreationen mit einfließen. Er kombiniert die traditionelle Küche mit Elementen aus Sterne- und Molekularküche – ein Alleinstellungsmerkmal. Er habe sich die Kenntnisse, die dafür nötig sind, selbst beigebracht. „Man muss sich mit irgendetwas abheben“, sagt der Deutsche Meister. Mit der Pizza, die ihm diesen Titel einbrachte, will er auch die Juroren der Weltmeisterschaft überzeugen. „Mir wurde gesagt, wenn ich mit dieser Pizza antrete, habe ich gute Chancen zu gewinnen. Jetzt arbeite ich nur noch an Feinheiten.“
In Neapel wolle er schon ein paar Tage vor der WM sein, um sich die Gegebenheiten vor Ort anzusehen. Einige der Zutaten, wie die lila Kartoffeln, die er als Creme auf dem Pizzaboden verwendet, wolle er mitbringen. Andere würde er vor Ort kaufen. „Die Sachen, die ich planen kann, plane ich“, so Parrotta. Bestimmte Dinge, wie das Wetter, könne man nicht vorhersehen. All das habe Einfluss auf die Qualität seiner Pizza. „Der Teig muss eine bestimmte Temperatur haben, also reise ich immer mit verschiedensten Kühlboxen und Eisbeuteln, damit nichts schief geht, sollte mal der Kühlschrank ausfallen.“
Selbstvertrauen ist wichtig
Nervös sei er vor keinem Wettbewerb. „Ich bin immer locker, reiße ständig Witze. Mit Scheitern komme ich gut klar. Ich weiß, dass ich gute Chancen habe und sehe mein Potenzial“, erzählt er. „Ich bin fest davon überzeugt, dass ich es schaffen kann und dass jetzt der richtige Zeitpunkt ist.“
Der nächste Schritt soll dann das eigene Restaurant sein. Dafür plant Parrotta schon seit Langem. Wann es soweit ist, will er noch nicht verraten, aber eines ist sicher: Er wird es mit Leidenschaft angehen.