Rheinland-Pfalz Neun Zwergschulen im Land vor dem Aus

Die Frankensteiner Grundschule ist pfalzweit das einzige Opfer der Schulschließungen im Land.
Die Frankensteiner Grundschule ist pfalzweit das einzige Opfer der Schulschließungen im Land.

Bildungsministerin Hubig: In der Pfalz nur die Grundschule Frankenstein betroffen

Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD) will landesweit neun kleine Grundschulen schließen lassen, weil sie nach Ansicht der Schulaufsicht nicht genug Schüler für eine sinnvolle pädagogische Arbeit haben. In der Pfalz ist nur die Grundschule in Frankenstein (Verbandsgemeinde Enkenbach-Alsenborn) betroffen. Landesweit gibt es mehr als 960 Grundschulen. Nach dem Schulgesetz soll eine Grundschule mindestens eine Klasse pro Jahrgang haben, also vier Klassen. Knapp 100 Grundschulen auf dem Land erreichen diese Mindestgröße allerdings nicht. Deshalb hatte Hubig Anfang des Jahres angekündigt, alle Zwergschulen auf den Prüfstand zu stellen, die weniger als drei Klassen haben und bei denen nicht ohne weiteres absehbar ist, dass es in den nächsten fünf Jahren mit der Klassenzahl wieder nach oben gehen wird. Nach einer neuen „Leitlinie für ein wohnortnahes Grundschulkonzept“ mussten die jeweiligen Schulträger bis September darlegen, ob es genug Gründe gibt, ihre Mini-Einrichtung zu erhalten. Auf dem Prüfstand des Ministeriums hatten in der Pfalz neben Frankenstein noch die Grundschulen in Linden (Kreis Kaiserslautern), Wörth-Büchelberg (Kreis Germersheim), Dannenfels (Donnersbergskreis), Busenberg und Wilgartswiesen (Kreis Südwestpfalz), Esthal (Kreis Bad Dürkheim) sowie Wernersberg (Kreis Südliche Weinstraße) gestanden. Sie sollen alle weiter bestehen bleiben, weil sie Ausnahmekriterien für den Erhalt von Zwergschulen erfüllen. Dazu gehören laut Hubig: die Akzeptanz der Schule bei den Eltern im Dorf, die Aussicht auf steigende Schülerzahlen sowie die Tatsache, dass in gut erreichbarer Entfernung keine andere Grundschule mit freien Kapazitäten ist. Den Fortbestand der Grundschule Wernersberg hatte das Ministerium schon im Sommer angekündigt. Bereits geschlossen von den Schulen auf der Prüfliste ist die Grundschule in Klotten an der Mosel. Sie war vor ihrem Ende mit sieben Kindern die kleinste Grundschule im Land. Außerhalb der Pfalz sollen nach dem Willen Hubigs die folgenden Grundschulen geschlossen werden: Reifferscheid (Kreis Ahrweiler), Lieg (Kreis Cochem-Zell), Schöndorf (Kreis Trier-Saarburg), Pünderich (Kreis Cochem-Zell), Kirchen Michael - Sprengel Herkersdorf (Kreis Altenkirchen), Bingen-Gaulsheim (Kreis Mainz-Bingen), Oberkail (Eifelkreis Bitburg-Prüm) und Wintrich (Kreis Bernkastel-Wittlich). Betroffen sind nach Angaben des Ministeriums insgesamt 209 Kinder. Das seien 0,15 Prozent aller Grundschüler. In den kommenden Wochen soll die Schulaufsicht mit den betroffenen Schulträgern und Eltern über die Schließungen verhandeln. Das letzte Wort habe das Ministerium, sagte Hubig. Bei der Übeprüfung der Zwergschulen sei es nicht darum gegangen, möglichst viele Schulen zu schließen. Ziel sei vielmehr ein zukunftsfähiges Grundschulangebot. Während die Zwergschule in Klotten auch deshalb geschlossen worden ist, weil viele Eltern ihre Sprösslinge auf Grundschulen in Nachbarorte geschickt hatten, bleibt die Minischule in Mörsdorf im Hunsrück mit nur einer Klasse und 18 Kindern bestehen. Die Begründung: Dort stünden alle Eltern im Dorf zu ihrer Grundschule. In Mörsdorf hatte eine Elterninitiative über das Internet einen breiten Protest gegen die Pläne des Landes organisiert. Landtagsopposition und Lehrergewerkschaften haben gestern erneut Kritik an den Schließungsplänen geübt. Kommentar

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