Rheinland-Pfalz Kommentar: Handlungsbedarf

Das Thema Zwergschulen ist nicht vom Tisch. Nötig ist eine
Grundsatzdebatte über Rolle und Zukunft der Dorfschulen.
Seit Jahrzehnten werden Grundschulen geschlossen. Vor dem Hintergrund rückläufiger Schülerzahlen und wachsender Anforderungen an die Schulen sind sie nicht grundsätzlich zu vermeiden. Weit mehr als die Hälfte aller Dörfer im Land sind bereits ohne eigene Schule. Dennoch ist jede weitere Schulschließung ein herber Verlust für das betroffene Dorf und deshalb ein politischer Kraftakt. Deshalb bleibt auch die jetzige „Schließungswelle“ eine kleine. Sie ist angestoßen auf Druck des Rechnungshofs. Sie wurde ganz am Anfang als Teil der Schuldenbremse angekündigt. Am Ende werden zehn Schulen geschlossen, 90 von 950 bleiben zurück, die kleiner sind als es das Schulgesetz vorschreibt. Die Bildungsministerin weiß, dass es auch in Zukunft Diskussions- und Handlungsbedarf geben wird. Selbst wenn die Schülerzahlen wieder ansteigen werden, wird sich in vielen Dörfern der Negativtrend fortsetzen. Deshalb will Hubig die Kommunen mehr in die Pflicht nehmen, aus eigenem Antrieb die Schulgrößen im Auge zu behalten. Ehrlicher wäre eine Diskussion darüber, welche Bedeutung man künftig Dorfschulen zumessen will und was das kosten darf.