Rheinland-Pfalz RHEINPFALZ Plus Artikel Landtagswahl 2026: Die Grünen wollen weiter regieren

Waren sich nach gemeinsamer Darstellung schon im vergangenen Sommer über die Rollenverteilung im Landtagswahlkampf einig: Katrin
Waren sich nach gemeinsamer Darstellung schon im vergangenen Sommer über die Rollenverteilung im Landtagswahlkampf einig: Katrin Eder (links) und Katharina Binz.

Katrin Eder wird die rheinland-pfälzischen Grünen im Landtagswahlkampf führen – sofern ein Parteitag im Mai sie zur Spitzenkandidatin wählt. Ihr Ziel: „Wir wollen regieren.“

Die Einladung zur Vorstellung ihres Spitzentrios haben die Grünen zwar in dieser Woche recht kurzfristig verschickt, improvisiert wirkt der Termin auf der Mainzer Zitadelle dennoch nicht: Fünf Kreuze aus rotem Klebeband auf den Naturfaserteppichen markieren im Gewölbe der Kulturei, wo die fünf Protagonisten stehen sollen. Und auch deren Auftritt am Donnerstagvormittag soll vor allem eins vermitteln: Die Personalplanung der Partei hat nicht unter Zeitdruck stattgefunden, sondern ist das Ergebnis eines längeren Prozesses und beruht auf großer Einigkeit.

Der Grund für die Eile dürfte sein, dass seit Tagen in der Landeshauptstadt munter darüber spekuliert wurde, wer denn nun die Grünen in den Landtagswahlkampf führen würde: Katrin Eder (48), die Umweltministerin im rheinland-pfälzischen Ampel-Kabinett? Katharina Binz, die stellvertretende Ministerpräsidentin und Chefin des Ressorts Familie, Frauen, Kultur und Integration? Oder doch Pia Schellhammer (40), die Vorsitzende der Landtagsfraktion?

Geheimnis gelüftet

Gemeinsam mit den Landessprechern Natalie Cramme-Hill und Paul Bunjes lüften die drei Damen das Geheimnis, das kein so großes mehr ist: Eder soll die Hauptrolle übernehmen, Binz und Schellhammer sollen sie als Nummer zwei und drei unterstützen. So haben sie es nach eigener Darstellung schon im vergangenen Sommer miteinander besprochen und vereinbart. Und so wünscht es sich auch der erweiterte Landesvorstand, der das Trio am Mittwoch einstimmig für die Spitze der Landesliste nominiert hat. Eder betont auf Rückfrage am Donnerstag: „Ja, es ist so harmonisch, wie es nach außen wirkt.“ Auch die Fraktionschefin beschwört den Teamgeist: Auf den komme es vor allem an „in herausfordernden Zeiten“.

Die Grünen starten mit einem ordentlichen Bundestagswahlergebnis von 10,3 Prozent im Rücken in den nun anstehenden Landtagswahlkampf – zusätzlich gestärkt und motiviert von rund 1000 Eintritten. Gerade diese neuen Mitglieder wünschen sich nach Angaben Cramme-Hills, dass die Partei „urgrüne Themen“ vertrete. Und solche sind es auch, die Katrin Eder etwas später aufzählt: der Klimaschutz, der Ausbau erneuerbarer Energien und umweltfreundlicher Mobilität, Wohnen und Gleichberechtigung. Unterm Strich gehe es darum, „ein gutes Leben zu bewahren“, sagt die 48-jährige Mainzerin. Gleichzeitig erwarteten die Bürger, „dass der Staat funktioniert“.

„Möglichst gutes Ergebnis“

Der Frage zu Machtoptionen in Rheinland-Pfalz nach der Wahl im Frühjahr 2026 weicht Eder am Donnerstag zunächst aus: Ein „möglichst gutes grünes Ergebnis“ sei das Ziel. Die Zusammenarbeit mit SPD und FDP sei – bei allen inhaltlichen Differenzen – „menschlich total gut“, ergänzt sie. Erst auf direktes Nachhaken nennt die designierte Spitzenkandidatin das erklärte strategische Ziel der Grünen: „Wir wollen weiter regieren.“ Ob der Umstand, dass die Sozialdemokraten derzeit mit der CDU über ein Bündnis auf Bundesebene verhandeln, das gemeinsame Regieren in Mainz belastet? Co-Landessprecher Paul Bunjes ist optimistisch: „Bislang ist es immer gelungen, den Berliner Streit hier rauszuhalten.“

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