Ärztlicher Bereitschaftsdienst
Kranke brauchen ab Weihnachten wieder viel Geduld
„Zwischen den Jahren“ würden viele Arztpraxen schließen, so die Kassenärztliche Vereinigung (KV), die den Ärztlichen Bereitschaftsdienst als Anlaufstelle für Patienten an Wochenenden und Feiertagen organisiert. Dies gilt erfahrungsgemäß bereits ab Heiligabend, und in diesem Jahr vermutlich in sehr vielen Fällen auch schon für Montag und Dienstag, 22. und 23. Dezember sowie das Wochenende davor, außerdem für Silvester und Neujahr und vielfach wohl auch noch für die erste Januarwoche. Wer in dieser Zeit ärztliche Hilfe bei nicht lebensbedrohlichen Beschwerden benötige, könne sich an Vertretungspraxen oder den rund um die Uhr besetzten Patientenservice 116117 der KV wenden. Laut KV erweitern die Ärztlichen Bereitschaftsdienste ihre Öffnungszeiten und stocken das Personal auf. Dennoch sei mit längeren Wartezeiten zu rechnen.
In den vergangenen Jahren war es allerdings schwierig, überhaupt Vertretungspraxen zu finden, da die Ärzteschaft zwar gehalten, aber nicht verpflichtet ist, sich gegenseitig zu vertreten. Entsprechend ist auch die Telefonzentrale des Patientenservice oft überlastet. Die KV hat zudem in den vergangenen Jahren die Anzahl der Ärztlichen Bereitschaftsdienste und deren Öffnungszeiten reduziert und diese umorganisiert. Ziel ist, dass ein Erstkontakt über die Rufnummer 116117 erfolgt, anstatt dass sich die Patienten vor den Bereitschaftsdiensten in Warteschlangen einreihen. Wo sich die nächstgelegene Bereitschaftspraxis befindet, kann man auf den Internetseiten www.bereitschaftspraxen.116117.de suchen.
Im Notfall 112 wählen
Laut KV bietet der Patientenservice bei nicht lebensbedrohlichen Krankheitsfällen, die nicht bis zur nächsten regulären Sprechstunde warten könnten, eine medizinische Ersteinschätzung durch medizinisches Personal. Dafür werde die Software „Strukturierte medizinische Ersteinschätzung in Deutschland“ (Smed) genutzt, die dabei helfe, gezielte Fragen zu stellen und Patienten in die passende Versorgungsebene zu steuern. So könnten Erkrankte erfahren, ob aufgrund ihrer Beschwerden eine niedergelassene Praxis, eine Ärztliche Bereitschaftspraxis oder die Notaufnahme eines Krankenhauses die richtige Anlaufstelle ist. Der Patientenservice könne bei Bedarf auch Hausbesuche, telefonische ärztliche Beratungen oder einen Termin in einer Videosprechstunde vermitteln.
In lebensbedrohlichen Situationen oder wenn ohne sofortige Behandlung bleibende Schäden drohen, sei der Rettungsdienst unter der Notrufnummer 112 zu alarmieren.
Selbstdiagnose per App
Die KV RLP bittet um Verständnis für Engpässe und empfiehlt, bei gesundheitlichen Problemen das Patienten-Navi zur Selbstbewertung der Beschwerden anzuwenden. Das ist im Internet unter www.116117.de zu finden, basiert ebenfalls auf dem Smed-Programm und besteht aus einem umfangreichen Fragenkatalog mit Auswahlmöglichkeiten, so dass man problemlos und rasch durch das Menü gelotst wird. Auch das Nutzen der kostenlosen 116117-App könne helfen, Wartezeiten am Telefon zu verringern. Mit ihr könne man unter anderem rund um die Uhr Termine in Facharztpraxen buchen.
Bei bestimmten Anliegen könnten Patientinnen und Patienten selbst dazu beitragen, den Ärztlichen Bereitschaftsdienst an den Feiertagen und zwischen den Jahren zu entlasten, erklärt die KV. Chronisch Kranke, die Medikamente benötigen, sollten sich rechtzeitig vor Weihnachten eine ausreichende Menge verschreiben lassen. Zudem biete es sich an, eine gewisse Menge an rezeptfreien Medikamenten und Verbandsmaterial daheim vorrätig zu haben. Die KV RLP zeigt in einem Video auf Youtube, womit eine gute Hausapotheke ausgestattet sein sollte.
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