Kommentar
Ärztlicher Bereitschaftsdienst: Versagen mit Ansage
Machen wir uns nichts vor: Wer ab dem 19. Dezember krank wird, hat schlechte Karten. Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) erklärt, man könne sich dann an Vertretungspraxen wenden. Die gibt es, das soll gar nicht in Abrede gestellt, sondern hoch gelobt werden. Es ist aber die absolute Ausnahme. Entsprechend voll wird es dort werden, mit dem Ergebnis, dass oft nur Stammpatienten eine Chance haben werden. Die allermeisten Arztpraxen werden dagegen geschlossen sein.
Was das für den Versuch der KV bedeutet, die Erkrankten auf die Patientenservicenummer 116117 zu verweisen, kann man sich ausmalen: Man wird sich einen Wolf wählen beim Versuch, dort durchzukommen. Weshalb sich viele Patienten doch wieder vor den verbliebenen Bereitschaftsdienstzentralen die Beine in den Bauch stehen werden.
Richtig ist, dass die KV versucht, die Menschen zu einer Erstdiagnose zu bewegen. Entweder an besagter 116117, oder aber im Netz mit dem Patienten-Navi unter www.116117.de. Dass dies viele Menschen dazu bringen wird, bis zur nächsten regulären Öffnung ihrer Hausarztpraxis zu warten, darf man getrost bezweifeln.
Kurz und knapp bedeutet dies, dass sich das Chaos in den Bereitschaftsdienstzentralen so fortsetzen wird, wie man es aus den vergangenen Jahren gewohnt ist. Wer zum Jahresende krank wird, muss verdammt leidensfähig sein.
