RHEINLAND-PFALZ
Kommentar zur FDP-Spitzenkandidatin: Die Unbekannte
Sie ist in Rheinland-Pfalz wohl die engste politische Vertraute von FDP-Landeschef und Wirtschaftsminister Volker Wissing: Daniela Schmitt, die 48-jährige Rheinhessin. 2013 hat sie geholfen, die am Boden liegende Partei wieder aufzurichten und 2016 war sie da, um in Wissings Ministerium Staatssekretärin und Amtschefin zu werden.
Wenig mit eigenem politischen Stil aufgetreten
Bei den Unternehmen hat sie einen guten Ruf, aber in der breiten Bevölkerung ist sie weitgehend unbekannt. So sehr steht sie im Schatten Wissings und so wenig ist sie bisher mit eigenem politischen Profil öffentlich aufgetreten. Das ist eine Hypothek, wenn sie bei der Landtagswahl im März mit Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD), CDU-Chef Christian Baldauf und Integrationsministerin Anne Spiegel (Grüne) um die Wählergunst wetteifert.
Nicht Brüderles Fehler wiederholen
Würde es helfen, wenn Wissing ihr jetzt seinen Chefsessel im Ministerium überließe? Sie könnte mit einem Amtsbonus in die Wahl gehen. Aber tatsächlich ist es dafür zu spät. Die Zeit des Gestaltens ist vorbei. Letzte Gesetze werden beraten, ansonsten läuft der Vorwahlkampf. Daniela Schmitt hat eine Chance, wenn Volker Wissing ihr die Beinfreiheit lässt, sich in der Öffentlichkeit mit eigenen politischen Forderungen zu profilieren. Er sollte nicht den Fehler seines Vorgängers Rainer Brüderle wiederholen, der die Zügel erst losgelassen hat, als die ganze Partei am Boden lag.
