Kommentar
Flughafen Hahn: Berechtigte Fragen
Ein Blick an den Himmel über Mainz zeigt, wie sehr Corona der Flugbranche zusetzt. Wo sich sonst Maschinen mit dem Ziel Frankfurt am Main aneinanderreihen, sind die Lücken jetzt riesengroß. Der Frankfurter Flughafen war vor der Pandemie ein gesundes Großunternehmen, was man von dem 100 Kilometer entfernten Flughafen Frankfurt-Hahn im Hunsrück nicht sagen kann. Die zuletzt vorgelegte Bilanz von 2018 weist einen Jahresfehlbetrag von über vier Millionen Euro aus.
Die Geschäftspolitik der chinesischen HNA-Gruppe, die 2017 die Mehrheitsanteile des Landes Rheinland-Pfalz übernommen hat, ist nicht transparent. Nun ist der Mutterkonzern in einer Schieflage, das macht die Situation nicht einfacher. Das Land, genauer das zuständige Innenministerium, macht es sich etwas leicht, sich auf die beruhigenden Worte des chinesischen Generalkonsuls zu verlassen. Kritische Fragen sind berechtigt. Es geht nicht nur um rund 2000 Arbeitsplätze am einzigen Verkehrsflughafen des Landes, auch nicht nur um 165 Hektar Entwicklungsfläche, über die seit einem Jahr verhandelt wird, es geht letztlich darum, wem diese sensible Infrastruktur in Zukunft gehört. Noch ist HNA ein Privatunternehmen, aber der Einfluss des chinesischen Staates wächst.