Kommentar
Ein klarer Fall für den Gesetzgeber
Zugegeben: Eltern sind in diesen Tagen froh, wenn sie überhaupt einen Kita-Platz für den Nachwuchs ergattern. Es sind Mangelzeiten. Kaum eine Chance, um zwischen dem Wald-, dem Waldorf- , dem katholischen oder dem kommunalen Kindergarten abzuwägen. Sie nehmen, was sie kriegen. Aber es gibt das politische Versprechen einer vielfältigen Kita-Landschaft. Eltern sollen grundsätzlich entscheiden können, wo das Kind die bestmögliche Entwicklung erfahren wird, wo Werte vermittelt werden, die mit den eigenen übereinstimmen. Aber das Scheitern der Verhandlungen zwischen den Kommunalen Spitzenverbänden und den freien Trägern droht die Vielfalt einzuschränken. Träger, denen das Geld ausgeht, geben auf. Dabei ist Rheinland-Pfalz schon jetzt Schlusslicht in Sachen Vielfalt. Nur 201 von 2600 Kitas sind in der Hand freier, nicht-kirchlicher Träger. Als die Landtagsabgeordneten 2019 dem Kita-Gesetz von Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD) zustimmten, war ihnen die Tragweite der schwammigen Formulierung, freie Träger sollten sich „angemessen“ an der Finanzierung beteiligen, vielleicht nicht bewusst. Aber jetzt, wo einige vom Aus bedroht sein könnten, sollten sie es merken und schleunigst gegensteuern.