Analyse
Dieser SWR-Trend zur Landtagswahl ist für die CDU ein großes Problem
Rheinland-Pfalz steuert auf einen Wahlkrimi zu: Dreieinhalb Wochen vor der Landtagswahl schmilzt der Vorsprung der CDU auf die SPD auf nur noch einen Prozentpunkt. Der an diesem Donnerstag veröffentlichte Rheinland-Pfalz-Trend des SWR-Politikmagazins „Zur Sache Rheinland-Pfalz“ taxiert die Christdemokraten auf nun 28 Prozent (minus 1). Die Sozialdemokraten rücken auf 27 Prozent vor (plus 1).
Die AfD rangiert mit 19 Prozent (plus 1) auf Rang drei, die Grünen auf Rang vier – mit jetzt 9 Prozent (minus 1). Die Linke liegt bei 5 Prozent (minus 1), die Freien Wähler ebenfalls bei 5 Prozent (plus 1). Die restlichen Parteien – inklusive der FDP und des BSW – kommen zusammengenommen auf 7 Prozent.
Nun sind Umfragen Umfragen. Doch der Trend ist eindeutig der Freund der SPD. Und dürfte der CDU gar nicht gefallen. Bereits bei der im Januar veröffentlichten SWR-Umfrage hatten die Sozialdemokraten drei Prozentpunkte auf die Kontrahenten gutgemacht. Umso gespannter blickten politische Beobachter auf die nun bekanntgegebenen Zahlen.
Die SPD Rheinland-Pfalz liegt nur noch knapp hinter der CDU
Bei dieser Wahl holen die Sozialdemokraten ungewöhnlich früh und ungewöhnlich rasant auf. Das muss nichts heißen. Abgerechnet wird im März. Und: Noch liegen die Christ- vor den Sozialdemokraten. Doch manches kann der CDU durchaus Sorgen bereiten. Zum Beispiel, dass die meisten Rheinland-Pfälzer Bildung als wichtigstes Wahlthema ansehen – und die Christdemokraten nicht davon zu profitieren scheinen.
Der CDU könnte ein altbekanntes Schicksal drohen: Schließt sich die Tür zur Staatskanzlei ein weiteres Mal kurz vor knapp?
Das Bildungsministerium liegt seit Jahrzehnten in Händen der SPD. Ende 2025, Anfang 2026 hatte unter anderem der Schulreport der RHEINPFALZ massive Probleme an Einrichtungen offenbart. Während die CDU kritisierte, legte die SPD zu. Ob es an geschicktem Krisenmanagement lag? Am Ton, mit dem die CDU den Mitbewerber anging? Alexander Schweitzer sagt, die SPD könne die Wahl nicht trotz, sondern wegen der Debatte um Bildung gewinnen. Zumindest die aktuelle Umfrage widerspricht ihm hierbei nicht.
Der CDU könnte ein altbekanntes Schicksal drohen: Schließt sich die Tür zur Staatskanzlei ein weiteres Mal kurz vor knapp – so wie damals, als Julia Klöckner und Christian Baldauf den jeweils sichergeglaubten Sieg noch aus den Händen geben mussten?
Alexander Schweitzer hofft darauf, Ministerpräsident zu bleiben
Gordon Schnieder ist wie Alexander Schweitzer sehr viel unterwegs. Der CDU-Spitzenkandidat setzt bei seinen Auftritten auf Sachlichkeit und Verlässlichkeit. Er hat sich vorgenommen, authentisch zu bleiben. In der Abteilung Attacke spielt derweil Generalsekretär Johannes Steiniger. Für ihn ist es der erste Landeswahlkampf überhaupt, für den er verantwortlich zeichnet. Hat er noch Entscheidendes gegen den Trend zu setzen?
Steiniger kann aus Schnieder keinen Weinzelt-König machen. Mit einem solchen ist es für die CDU ohnehin schon mal schiefgegangen. Aber in seinem Interesse dürfte es sein, zumindest das Stammklientel der Christdemokraten hinter dem Kandidaten zu versammeln. Nur 57 Prozent der CDU-Anhänger sprechen sich aktuell für Gordon Schnieder aus. Bei Schweitzer ist die Zustimmung in den eigenen Reihen deutlich größer (84 Prozent). Wenn es am Ende knapp wird, könnte genau dieser Mobilisierungsgrad entscheidend sein.
Ein anderes Ergebnis aus der SWR-Umfrage sollte derweil beiden Parteien gleichermaßen zu denken geben: Die Bürger trauen sowohl SPD als auch CDU immer weniger zu, die wichtigen Probleme im Land zu lösen. Die Christdemokraten krachen bei der Frage nach der Problemlösungskompetenz um fünf Prozentpunkte runter, auf mittlerweile 21 Prozent. Die Sozialdemokraten verlieren weitere zwei Prozentpunkte, landen bei 20 Prozent. Die AfD liegt hier bei 15 Prozent.
Mehrheit in Rheinland-Pfalz möchte Koalition aus SPD und CDU
Dennoch bleibt eine Koalition aus Rot und Schwarz für die meisten Befragten die präferierte. 39 Prozent bevorzugen eine Zusammenarbeit der beiden vermutlich stärksten Fraktionen. Für eine Fortsetzung der Ampel aus SPD, Grünen und FDP sind 19 Prozent, für eine Koalition aus SPD, Grünen und Linken sprechen sich 20 Prozent aus.
So oder so dürfte spätestens seit diesem Donnerstag allen klar sein: Dieser Wahlkampf-Endspurt wird noch heiß.