Im Garten RHEINPFALZ Plus Artikel Schneebälle: Bezaubernde Vogelnist- und Nährgehölze

Der Wollige Schneeball riecht nicht gut, sieht aber mit seinem Beerenschmuck gut aus.
Der Wollige Schneeball riecht nicht gut, sieht aber mit seinem Beerenschmuck gut aus.

Die Vertreter der Gattung „Schneeball“ machen ihrem Namen alle Ehre. Ihre Blütenpracht erhellt sogar zuweilen den grauen Winter. Man sollte sich also nicht vom unfeinen Geruch eines der heimischen Vertreter des Gehölzes abschrecken lassen. Welche Arten den Garten duftend bereichern.

Von immergrün bis winterblühend, von Klein- bis Großstrauch: Der Schneeball (Viburnum) kennt Vielfalt und manche Duftvariante. Er gehört zur Familie der Moschuskrautgewächse und ist mit dem Holunder verwandt. Unter 200 Arten mit zahlreichen Hybriden und Zuchtsorten lässt sich für jeden Garten und Geschmack eine Pflanze finden.

Als heimisch gelten der Gewöhnliche Schneeball und der Wollige Schneeball. Das heißt aber nicht, dass sich nicht auch andere Arten bei uns wohlfühlen und die Natur bereichern.

Die Wildgehölze

Der sommergrüne Gewöhnliche Schneeball (Viburnum opulus), auch Echter Schneeball genannt, kommt natürlicherweise in Auwäldern, an Bächen, in Tälern und an Waldrändern vor. Das breit, aufrecht und schnell wachsende Wildgehölz kann bis zu vier Meter Höhe und gut drei Meter Breite erreichen. Die grünen, ahornähnlichen Blätter haben im Herbst eine imposante orangerote Färbung. Der Gewöhnliche Schneeball blüht ab Mai mit tellerförmigen, großen, rahmweißen Trugdolden. Die Blütenstände duften süß. Ab September zeigen sich glänzend rote, für den Menschen giftige Früchte.

Der Gewöhnliche Schneeball bildet ein flaches, weitreichendes Wurzelsystem aus und ist unempfindlich gegenüber längerer Überflutung und Bodenverdichtung. Bei strenger Trockenheit ist er anfällig für Schadinsekten. Der Großstrauch ist anspruchslos und robust, eignet sich für Hecken und wird als Straßenbegleitgrün verwendet. Er ist zudem ein Vogelnist- und -nährgehölz sowie eine auch für Insekten wichtige Futterpflanze.

Der sommergrüne Wollige Schneeball (Viburnum lantana), auch Schlingstrauch genannt, ist ein Bewohner warm-trockener Eichen- und Kiefernmischwälder, sonniger Waldränder, Gebüsche und Hecken. Feuchte Füße mag dieses Gehölz nicht. Im Gegensatz zum Gewöhnlichen Schneeball wächst es eher langsam, wird aber auch durchaus vier Meter hoch mit einer dichten Verzweigung. Einen Rückschnitt verträgt es gut.

Die dichte Belaubung mit lederartigen, leicht runzligen Blättern bietet guten Sichtschutz. Die weißen, großen, schirmrispigen Blüten sind ein Hingucker, verströmen aber einen fischartigen Duft, der nicht jeder Nase bekommt. Wer sich den Wolligen Schneeball in den Garten holt, sollte ihn also nicht unmittelbar am Haus oder vor der Terrasse pflanzen.

Weitere Schneebälle

Der sommergrüne Winterschneeball (Viburnum x bodnantense) wird je nach Sorte bis zu drei Meter hoch. Er schmückt sich von November bis April mit tiefrosa bis weißen Blüten und versteht es, in einer doch eher kargen Jahreszeit mit Farbe zu punkten. Auch gibt es Sorten, etwa „Charles Lamont“, deren Blüten einen herrlichen Vanilleduft verströmen. Für den Winterschneeball sollte ein sonniger bis halbschattiger Platz mit nährstoffreichem Boden gewählt werden.

Der wintergrüne Osterschneeball (Viburnum burkwoodii), manchmal auch als Duftschneeball bezeichnet, kann bis zu zwei Meter hoch und breit werden. Die rosa Blütenknospen entfalten sich von April bis Mai zu schneeweißen, nach Vanille duftenden Einzelblüten, die aus der Ferne tatsächlich wie Schneebälle aussehen. Es entwickeln sich blauschwarze Steinfrüchte. Auf gutem Standort zeigt sich im Herbst eine Nachblüte. Wohl fühlt sich der Osterschneeball auf schwach sauren, nicht zu feuchten Böden in sonniger, geschützter Lage. Der Strauch wird zwar als wintergrün bezeichnet, lässt es sich aber nicht nehmen, einen Teil seines Laubs im Herbst in ein leuchtendes Orangerot einzufärben. Bienen und Insekten zieht der Osterschneeball magisch an.

Der immergrüne Kissen-Schneeball (Viburnum davidii) mit seinem niedrigen, polsterartigen Wuchs ist eine Variante auch für kleinere Gärten. Das Gehölz mit den ledrig-dunkelgrünen, ovalen Blättern wird 50 bis 80 Zentimeter groß. Es kann mit den Jahren bis zu einem Meter in die Breite gehen. Geblüht wird meist im Juni mit weißen, leicht duftenden Blüten. Der Kissen-Schneeball stammt ursprünglich aus Tibet, aus Regionen mit hohen Niederschlagsmengen. Dort wächst er als bodennahes Gehölz im Schatten höherer Bäume. Das bedeutet, wer Freude an seinem kleinen Kissen-Schneeball haben will, braucht für ihn einen schattigen und feuchten Platz, auch im Kübel. Dort geizt er nicht mit Blüten und seinen stahlblauen Beeren. Er ist nur im milden Winter gut winterhart, das heißt, er braucht Schutz.

Immergrün ist auch der Zungenschneeball (Viburnum rhytidophyllum), auch Runzelblättriger Schneeball genannt, der bis zu drei Meter hoch werden kann. Die länglichen Blätter sind dunkelgrün glänzend und unterseits braun-filzig behaart. Die cremeweißen Blüten erscheinen von Mai bis Juni. Die glänzenden Früchte sind rot bis schwarz. Der Zungenschneeball ist robust, frosthart, schattenverträglich und stadtklimafest.

Der sommergrüne Japanische Schneeball oder Etagen-Schneeball (Viburnum plicatum) stellt an Boden und Standort keine großen Ansprüche, mag aber keine Trockenheit. Die cremeweißen Blüten öffnen sich im Mai/Juni mit vielen Pollen und viel Nektar. Sie sitzen flach auf den waagerechten Trieben. Fühlt sich die Pflanze wohl, zeigt sich die Blüte üppig und überzieht den gesamten Strauch. Im Herbst verfärbt der Blütenstrauch sein elliptisch geformtes dunkelgrünes Laub dunkelrot bis braunviolett.

Fazit: Schneebälle haben Potenzial, sei es als duftende Sträucher oder als attraktive Blüher in grauen Monaten. Sie wirken alleinstehend, als Hecken und in Kompositionen mit anderen Gewächsen. Vor allem aber werden sie gerne von Bienen und Insekten angeflogen. Den Wolligen Schneeball mögen Bienen weniger, dafür kommen hierher Kleinschmetterlinge und Käfer, um zu naschen. Auch schätzen Amsel, Drossel, Kernbeißer, Grasmücke und Rotkehlchen die schwarz gewordenen Früchte. Das gilt genauso für die Früchte des Gewöhnlichen Schneeballs und des Immergrünen Schneeballs. Alles gute Gründe, bei vorhandenem Platz einen passenden Schneeball noch im Herbst oder im kommenden Frühjahr zu pflanzen.

Der Zungenschneeball ist ein äußerst robuster Vertreter der Gattung.
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Blüht und duftet während der tristen Wintermonate: der Winterschneeball.
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Der Japanische Schneeball spendet zwar Insekten viele Pollen, mag aber keine Trockenheit.
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Der Gewöhnliche Schneeball kommt wild unter anderem an Waldrändern vor und blüht üppig.
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