Im Garten RHEINPFALZ Plus Artikel Räume im Garten schaffen für Eidechsen

Steinhaufen lassen sich in jeden Garten einbauen.
Steinhaufen lassen sich in jeden Garten einbauen.

Eidechsen sind im Garten gern gesehene Gäste. Schnecken und Schadinsekten stehen auf ihrem Speiseplan. Die tierischen Unterstützer sind mit wenigen Hilfsmitteln für die Untermiete zu begeistern. Ein Überblick über die Reptilienarten und ihre Vorlieben.

Im Garten besiedeln Eidechsen gerne steinige Flächen, die sie zu einem Sonnenbad nutzen. Die Ritzen und Hohlräume machen sie zu ihrem Lebensraum. Von hier aus gehen sie auf Jagd: Auf dem Speiseplan der heimischen Reptilien stehen vorwiegend Insekten und ihre Larven. Außer Käfern, Fliegen, Ameisen, Heuschrecken und Spinnen werden auch Schnecken verzehrt, wobei die Blindschleiche, die zu den Echsen zählt, zu den fleißigsten Schneckenvertilgern gehört.

Eine Trockenmauer mit davorliegendem Sandbereich: Hier können Eidechsen wohnen und sich vermehren.
Eine Trockenmauer mit davorliegendem Sandbereich: Hier können Eidechsen wohnen und sich vermehren.

Eidechsen tragen deshalb auch zum biologischen Gleichgewicht im Garten bei und sollten, wo immer es möglich ist, gefördert werden. Welche Arten kann man erfolgreich in den Garten locken?

Eidechsen-Arten in Deutschland

Die Waldeidechse (Zootoca vivipara), ein circa 16 Zentimeter langes, braunes Reptil, ist in Europa am weitesten verbreitet. Während die meisten Eidechsen wärmeliebend sind und warme Lebens- und Brutstätten benötigen, hat sich die Waldeidechse auch an die Klimabedingungen Nordeuropas angepasst. Wie nur wenige Reptilienarten ist sie in der Lage, voll entwickelte Junge zu gebären und kommt deshalb auch in raueren Gebieten und sogar nördlich des Polarkreises vor.

Ein Zauneidechsenpärchen beim Liebesspiel.
Ein Zauneidechsenpärchen beim Liebesspiel.

Mehr Wärme lieben die Zauneidechsen (Lacerta agilis) mit grüner bis bräunlicher Farbe und 20 bis 25 Zentimetern Größe. Sie sind zwar außer in Mitteleuropa auch noch in südlichen Gebieten Großbritanniens und Skandinaviens anzutreffen, benötigen aber zur Entwicklung rasch erwärmbare, sandige Böden, wo ihre Eier von der Sonne ausgebrütet werden.

Eine Mauereidechse nutzt eine alte Dachziegel zum Aufwärmen.
Eine Mauereidechse nutzt eine alte Dachziegel zum Aufwärmen.

Auf dem gesamten Festland Europas mit dem Schwerpunkt im Süden leben die graubraunen Mauereidechsen (Podarcis muralis), die etwa 20 Zentimeter lang werden können. Deutschlandweit liegt Rheinland-Pfalz an der Spitze der Vorkommen. Wie der Name schon sagt, benötigen diese Tiere zum Leben spaltenreiche Trockenmauern. Sie sind so behände Kletterer, dass sie auch senkrechte Mauern erklimmen können.

Waldeidechsen findet man auch in feuchten Gebieten wie Mooren.
Waldeidechsen findet man auch in feuchten Gebieten wie Mooren.

Vorsicht beim Beobachten

Beim Sonnenbaden auf Steinen lassen sich diese Tiere mit etwas Vorsicht am besten beobachten. Haben die Eidechsen als wechselwarme Tiere erst einmal die für sie günstige Körpertemperatur von 30 Grad Celsius erreicht, streifen sie auf Futtersuche durch die Umgebung.

Außer der Erhaltung der natürlichen Lebensräume in der Landschaft lässt sich auch in Gärten etwas für Eidechsen tun. Verfügt man über keine fugenreichen, besonnten Mauern auf seinem Grundstück, kann man Abhilfe schaffen, indem ein Steinhaufen von etwa einem Meter Durchmesser und mindestens einem halben Meter Höhe aufgeschichtet wird. Dazwischen können Wurzelstücke und Äste gelegt werden, um möglichst viele unterschiedliche Hohlräume als Verstecke zu schaffen.

Sandbereich für die Eiablage

Dem Steinhaufen sollte man einen vollsonnigen, möglichst trockenen Standort geben, an dem keine Staunässe entsteht. Zwischen die Steine wird etwas Lehmboden gefüllt. Vor dem Steinhaufen kann man an der wärmsten Stelle Sand auftragen; hier können Eidechsen ihre Eier ablegen. Dieser ohne viel Aufwand aufgerichtete Steinhaufen bildet bereits ein Mikroklima und bietet auch speziellen Pflanzen Platz wie Königskerze, Dachwurz, Lein, Fetthenne, Mauerpfeffer, Schwalbenwurz und Küchenschelle.

Der Verein Narturgarten bietet eine Anleitung zum Bau einer Eidechsenburg aus Altholz, Sand und Schotter (https://naturgarten.org/wissen/2023/03/11/eidechsen-burg/)

Auch sie muss an sonniger Stelle errichtet werden.

Eidechsen sind im Übrigen ständig auf der Hut vor Fressfeinden und verschwinden bei kleinsten Störungen in schützende Ritzen und Winkel ihrer Verstecke. Als letzten Schutz vor dem Gefressenwerden haben sie die Möglichkeit, einen großen Teil ihres Schwanzes abzuwerfen. Dieser zuckt dann noch eine Weile weiter und lenkt so das feindliche Tier ab. Nach einiger Zeit wächst zwar ein neuer, kürzerer Schwanz nach, dieser kann dann aber nicht mehr abgeworfen werden. Daher sollten Eidechsen auch nicht angefasst oder gejagt werden.

Infos

  • Sigrid Tinz: „Haufenweise Lebensräume: Ein Lob der Unordnung im Garten – Naturschutzprojekte, Artenvielfalt, Gestaltung“, pala-Verlag.

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