Im Garten
Hügelbeet schafft mehr Platz fürs Gemüse
Vor gut 30 Jahren waren Hügelbeete ein Renner, vor allem in der aufkeimenden Biogärtnerei. Die großen Vorteile dieser Anbaumethode sind ein optimales Wachstum der Pflanzen gerade auf schlechteren Böden und eine Vergrößerung der Anbaufläche. Hügelbeete sind deshalb besonders geeignet für kleinere Gärten. Nach den vieljährigen Erfahrungen mit diesem Anbau gibt es eine Fülle von Verbesserungen, die sich für die Praxis empfehlen.
Für eine intensive Nutzung in kühleren Gegenden als der Vorderpfalz bieten sich u-förmig aufgeschichtete Hügelbeete an, die nach Süden geöffnet sind. Hierdurch erreicht man einen Randzoneneffekt; die innen liegende Fläche ist vor Wind geschützt, und die Sonnenwärme wird noch besser gespeichert.
Auch für Gewächshäuser geeignet
Die nach Süden ausgerichteten Seiten des Hügelbeetes und die innere Fläche, die reichlich mit Kompost versehen wird, bieten außer Wärme auch ausreichend Nährstoffe. Hier wachsen gut Gurken, Zucchini und Bohnen. Auf der Nordseite finden Kohl, Sellerie, Porree und Schwarzwurzeln einen Platz.
Auch für das Gewächshaus lassen sich Hügelbeete durchaus empfehlen; geeignet sind hier kleinere, flachere Formen, die lediglich mit leicht holzigem Material wie Staudenresten, Laub und etwas verrottetem Mist gefüllt werden und somit jährlich neu aufgebaut werden können.
Früher war es sehr beliebt, Hügelbeete im Rasen oder auf dem Grasland anzulegen. Wer sich dafür entscheidet, sollte um dieses Beet unbedingt einen Weg aus Steinen oder Holz anlegen, damit die Gräser und Kräuter nicht ständig hineinwachsen können.
Die Empfehlung, beim Bau der Hügelbeete als deren Kern bis zu armstarke Holzknüppel zu verwerten, ist in der Regel nicht lohnenswert, weil dieses Holz sich innerhalb der Lebenszeit eines Hochbeetes von vier bis fünf Jahren kaum zersetzt. Da in vielen Gärten heute ein Häcksler zur Verfügung steht, sollte man besser geschreddertes Holz oder dünnere Äste verwenden.
Schutz durch Gründüngung im Winter
Außerdem sollte der Gärtner nicht in Versuchung geraten, das Hügelbeet allzu hoch zu schichten. Eine Höhe von einem halben Meter reicht aus, gewährleistet einen Abbau des Materials in wenigen Jahren und sorgt wegen der nicht so steilen Schrägen auch für einen einfacheren Anbau der Pflanzen.
Im Frühjahr schützt Vlies, das über Drahtbügel gespannt werden kann, davor, dass Vögel eventuell Kohl- und Salatpflanzen anfressen. Wer Netze spannt, muss unbedingt darauf achten, dass die Tiere sich nicht darin verfangen können. Damit die Hügelbeete im Winter nicht abschlämmen oder verkrusten, ist eine Gründüngung sinnvoll, die über Winter Schutz gibt. Dafür eignen sich alle gängigen Gründünger, die mit der Samenreife abgemäht und liegengelassen werden. Man kann zum Beispiel aber auch Winterraps aussäen.
Bei allen Vorteilen eines Hügelbeetes sollte nicht verschwiegen werden, dass es sich nicht für Gärten eignet, die stark von Wühlmäusen heimgesucht werden. In den Beeten finden die kleinen, gefräßigen Nager ideale Unterschlupfmöglichkeiten.