Im Garten RHEINPFALZ Plus Artikel Gartenzeit: Tipps für den Februar

Wer gegen Haselpollen allergisch ist, kann den Strauch vor der Blüte beschneiden.
Wer gegen Haselpollen allergisch ist, kann den Strauch vor der Blüte beschneiden.

Für Gärtner geht es jetzt langsam wieder raus in den Garten. Im Mittelpunkt stehen Kompost und die ersten Voranzuchten. Auch an die tierischen Bewohner darf gedacht werden. Was jetzt im Nutzgarten zu tun ist.

Von Helga Buchter-Weisbrodt

Falls nicht bereits milde Januartage Sie dazu verleitet haben, allerlei Korrekturen im Garten vorzunehmen, ist jetzt eine gute Zeit, um Pfähle, Anbindungen und Gerüste zu überprüfen. Wurzelausläufer und dürre Astpartien können Sie auch gleich entfernen. Zu Monatsbeginn sollten neue Vogelnisthilfen aufgehängt und alte gesäubert sein.

Ab Mitte des Monats ist ein guter Zeitpunkt, um reifen Kompost auszubringen. Kompost braucht im oder auf dem Boden meist noch etwas Zeit, bis sich die Nährstoffe in eine pflanzenverfügbare Form verwandelt haben. Kern-, Stein- und Beerenobst sind gleichermaßen dankbar für diese Form der Düngergabe und Bodenverbesserung. Dabei sollten Sie beachten, dass Obstgehölze zu den Schwachzehrern zählen, also nur einen geringen Bedarf haben. Als bewährte Faustregel gilt, etwa drei Liter reifen Kompost auf einem Quadratmeter Boden zu verteilen – das ergibt eine dünne Schicht von einem halben Zentimeter. Da dies nicht ausreicht, um auflaufendes Unkraut zu ersticken, sollten Sie den Boden säubern, ehe Sie den Kompost ausstreuen.

Schon jetzt Gemüse aussäen

Einige Gemüsearten können bereits im Februar im Freiland ausgesät werden – in der milden Vorderpfalz Anfang bis Mitte des Monats, in raueren Lagen im letzten Monatsdrittel. Dazu zählen Spinat, Pastinaken, Radieschen, Frühlingszwiebeln, Rote Bete, Puffbohnen, frühe Möhrensorten, Schal- und Zuckererbsen.

Bei Erbsen können Sie auch einmal die Voranzucht ausprobieren. Das geht recht einfach: Sie wählen möglichst flache Pflanzgefäße mit acht bis maximal zehn Zentimetern Höhe und füllen sie fünf Zentimeter hoch mit einer guten Blumenerde auf. Darauf streuen Sie die Erbsensamen so aus, dass sie fast dicht an dicht liegen. Auf die Samen kommen weitere zwei Zentimeter Erde, dann vorsichtig andrücken und mit zimmerwarmem Wasser feucht halten. Nach dem Auflaufen in einen hellen, aber nicht über zehn Grad warmen Raum stellen.

Sind die Jungpflanzen zehn Zentimeter hoch, werden Bündel mit je fünf Pflanzen gebildet und im Abstand von gut zehn Zentimetern in Reihen ins Freiland gesetzt. In diesem Stadium halten sie leichte Fröste problemlos aus. Sollten unter minus vier Grad angesagt sein, ist ein Vlies hilfreich. Die Ernte erfolgt bis zu drei Wochen früher als bei Direktsaat ins Freiland, und meist sind diese frühen Saaten auch ertragreicher, da sie bei fachgerechter Voranzucht mehr Blüten anlegen.

Achtung, Pollen!

Die schon im Herbst als kurze, kompakte „Zylinder“ sichtbaren männlichen Blüten der Haselnuss strecken sich je nach Region und Witterungsverlauf ab Ende Februar. In den milden Lagen der Vorderpfalz sind sie in manchen Jahren bereits zum Jahreswechsel langgestreckt und kurz vor dem Stäuben. Für Pollenallergiker bedeutet die frühe Blüte von Erlen- und Haselkätzchen also schon vor dem Frühling eine Belastung. Allerdings ist es um diese Jahreszeit meist so luftfeucht und kühl, dass sich der Pollen nicht weit verteilt. Wenn Sie keinen Wert auf den Nussertrag legen, können Sie die Büsche Anfang Februar zurückschneiden.

Sie können die Kätzchen aber auch kurz vor dem Stäuben ernten, denn die männlichen Haselnussblüten haben auch ihr Gutes: Sich streckende Blütenzotteln ergeben einen schweißtreibenden Tee. Sie waren früher wertvoller Bestandteil von Grippetee-Mischungen. Eine bewährte Rezeptur besteht aus einem Esslöffel Holunderblüten und einem Esslöffel Haselkätzchen, die mit einem halben Liter kochendem Wasser übergossen werden und zehn Minuten ziehen müssen. Naturheilkundlich aktive Tiermediziner mischen Haselnussblüten unter das Futter hustender und lungenkranker Tiere.

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